Speyer

Fahne vom Winde verweht

Werner Schilling zum fehlenden Hinweis auf den Touristenmagneten

 

Eigentlich muss die Stadt Speyer heilfroh sein, dass der Verkehrsverein den Judenhof mit ehrenamtlichen Kräften betreut und dabei hilft, dass jährlich abertausende Touristen die Mikwe besuchen und sich im Museum SchPIRA auf die Spuren der jüdischen Geschichte begeben können. Was aber, wenn die Besucher das in Speyer als Judenbad bekannte Anwesen in der Kleinen Pfaffengasse 20/21 ohne Stadtführung gar nicht finden?

Denn seit Spätsommer vergangenen Jahres fehlt die gelbe Fahne, die acht Jahre lang den Judenhof-Eingang markiert hatte. Die Fahne, wie sie etwa vor der Tourist-Info in der Hauptstraße weithin sichtbar hängt, wurde bei Baggerarbeiten an einem gegenüber liegenden Objekt zum Opfer. Als der Verkehrsverein, für den Beiratsmitglied Frank Scheid die Judenhof-Aktivitäten steuert, eine Ersatzfahne ordern wollte, intervenierte OB Hansjörg Eger mit Verweis auf zuvor erforderliche Absprache mit dem Denkmalschutz.

Gesagt, aber nichts getan: Vorsitzender Uwe Wöhlert und sein Vorstandskollege Scheid warteten vergeblich auf grünes Licht für eine neue gelbe Fahne. Bei der Mitgliederversammlung fielen die beiden aus allen Wolken, als der Verwaltungschef in seinem Grußwort den Verkehrsverein-Herren den Schwarzen Peter zuschob und von ihnen ein Zeichen erwartet habe. Unbegreiflich, wie im digitalen Zeitalter ein solches Kommunikations-Missverständnis entstehen kann.

Egal, wer jetzt wem dafür die Schuld in die Schuhe schiebt: Wichtig ist, dass der Denkmalschutz der SchUM-Stadt bald wieder eine Judenhof-Fahne genehmigt und der Verkehrsverein mit ungetrübter Freude auf die angehende Welterbestätte aufmerksam machen kann.

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