Speyer

Dommusik Weihbischof Otto Georgens gibt zur Eröffnung seinen Segen / Nur die Wandstruktur erinnert an ehemalige Turnhalle

Chorsaal im Stil der Renaissance

Archivartikel

Speyer.In zwei Jahren wurde aus einer ehemaligen Schulturnhalle der neue Proben- und Konzertraum der Dommusik. Jetzt wurde der große Chorsaal beim Haus der Kirchenmusik, Hasenpfuhlstraße 33b, eingeweiht. Domkapellmeister Markus Melchiori freut sich über die Fertigstellung des „Herzstücks der Dommusik“. Rund 350 Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden dort künftig proben.

Gefeiert wurde die Einweihung mit einer Pontifikalvesper im Dom mit Weihbischof und Dompropst Otto Georgens. Er dankte der Dommusik für die musikalische Bereicherung der Liturgie, die „Verkündigung, aber auch Kunst“ sei. Sie stärke und bestärke das in Worten verkündete Wort Gottes: „Musik kann es gelingen, Tiefenschichten des Menschen anzusprechen, die kein gesprochenes Wort erreicht“, machte er die Bedeutung der Musik für den Gottesdienst deutlich. Als „Markenzeichen der Dommusik“ hob der Weihbischof die Kinder- und Jugendarbeit hervor.

So waren denn auch Kinder aller Altersgruppen beim Gottesdienst dabei und gestalteten diesen mit. Unterstützt wurden sie von den Dombläsern. Es erklangen Werke von Alessandro Scarlatti, Heinrich Schütz und Christian Heiss. Domkapellmeister Markus Melchiori und Domkantor Joachim Weller dirigierten die Stücke.

Der zweite Domorganist Christoph Keggenhoff leitete die Schola und Domorganist Markus Eichenlaub spielte die Orgel. Die Lesung und die Fürbitten wurden von Domdekan Dr. Christoph Kohl vorgetragen, der für die Liturgie am Dom und damit auch für die Dommusik verantwortlich ist.

Prozession durch die Altstadt

Nach der Pontifikalvesper schritten Gemeinde und Chöre der Dommusik durch die Altstadt zum Hof des Hauses der Kirchenmusik. Dort begeisterten die jüngsten Sänger mit dem Mottolied der benachbarten Klosterschule St. Magdalena, die mit der Dommusik eng kooperiert und deren Schüler in dem Raum schon für die Einweihung geprobt hatten.

Der Höhepunkt der Feier war aber die Segnung des Saals durch Weihbischof Georgens. Im Anschluss nutzen die Gottesdienstbesucher die Gelegenheit, sich den Saal und das angrenzende Notenlager anzusehen. Dabei waren viele anerkennende „Ahs und Ohs“ zu vernehmen. Denn an eine Turnhalle erinnert dort wirklich nichts mehr. Entstanden ist ein Raum, der sowohl die für die Probenarbeit notwendige Einrichtung und Akustik besitzt als auch einen eigenen künstlerischen Charakter ausprägt.

Gestaltet wurde der große Chorsaal von Dombaumeister Mario Colletto. Er ließ den 170 Quadratmeter großen Raum wie einen Renaissanceplatz anlegen. Die Stühle stehen auf einem getreppten Podest, die großflächigen, seitlich angebrachten Leuchten lassen den Raum wie einen offenen, sonnenbeschienenen Campus erscheinen. An den Wänden sind sepiafarbene Außen- und Innenansichten des Doms zu sehen. Die ursprüngliche Wandstruktur bleibt darunter sichtbar, so dass die Historie des Raums nicht verlorengeht, erklärte Colletto zu seiner Arbeit. is

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