Schwetzingen

Tierischer Ernst

Gert Häusler wünscht sich manchmal mehr Lächeln

Irgendwie hängt ja alles mit allem zusammen: Anfang Februar wird in Aachen der Orden „Wider den tierischen Ernst“ verliehen. Ministerpräsident Armin Laschet erhält ihn diesmal – als „pragmatischer und kompromissfähiger Politiker mit rheinischem Humor“.

Beim Neujahrsempfang der Stadt Schwetzingen macht sich Oberbürgermeister Dr. René Pöltl Sorgen wegen des zunehmenden Mangels an Respekt, eine Sorge die von vielen geteilt wird. Den Grund sieht er im Wesentlichen im Hassmüll, den ja jeder im Internet abladen könne.

Es sind aber keinesfalls nur die „sozialen Medien“ zu nennen. In Leserbriefen, ob zu kommunalen Themen oder zur großen Politik, in Diskussionen im Fernsehen, bei Versammlungen und Demos, überall kommen fast zwangsläufig völlig „verbiesterte“ Beiträge und Teilnehmer hinzu. Regelmäßig zu erleben sind persönliche Angriffe und Unterstellungen, aus manchen Dauerfehden können Psychologen sicher ihre fachlichen Schlüsse ziehen.

Was mich erschreckt, ist die Verbissenheit, mit der Auseinandersetzungen geführt werden. Dabei wäre etwas Selbstironie oder gar Lockerheit für alle Beteiligten gut. Um entsprechenden Reaktionen gleich vorzugreifen: Es soll nicht den „Luftikussen“ das Wort geredet werden, die alles auf die leichte Schulter nehmen und sich konstruktiven Diskussionen ebenso verschließen wie der Übernahme von Verantwortung. Aber es ist doch offensichtlich, dass viele, weitgehend humorfrei, nicht mehr verstehen wollen, dass man mit einem Lächeln sowohl sich selbst entspannen als auch im Miteinander Positives bewirken kann.

Übrigens: Wissenschaftler haben herausgefunden, dass auch längst nicht alle Tiere „tierisch ernst“ sind.

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