Schwetzingen

Schluss!

Katja Bauroth fordert ein Lockdown-Ende und Schutz der Risikogruppen.

Der Schaden, den das Löschwasser anrichtet, ist bald größer als der des Brandes. Kennen Sie diesen Satz? Mir kommt er in den Sinn, wenn ich mir die Situation in unserem Land und auch in unseren Nachbarstaaten anschaue. Keine Frage: Das Coronavirus ist wie ein Tsunami über uns gekommen. Niemand konnte abschätzen, was es alles mitreißen wird. Doch die Regierung und deren Berater aus der Wissenschaft müssen sich jetzt – nach fast zehn Monaten mit Corona – die Frage gefallen lassen, ob sie das Land mit ihren Entscheidungen vollends wirtschaftlich zerrütten und unseren Kindern sowie Kindeskindern einen Riesenschuldenberg samt desolater Infrastruktur hinterlassen möchten. Denn auf nichts anderes steuern wir gerade zu.

Ja, wir alle tragen eine gesellschaftliche Verantwortung. Menschen sterben wegen des Virus. Das darf nicht vergessen werden. Es ist natürlich notwendig, den Mensch und seine Gesundheit bestmöglich zu schützen. Das darf nicht infrage gestellt werden. Oder doch? Ich denke, bevor die große Welle noch mehr mitreißt, muss genau das gefragt werden. Die Forderung nach einem Ende des Lockdowns – selbst schrittweise – wird lauter. Zu Recht! Soloselbstständige, Kleinunternehmen und Mittelständler gestalten unser Land, gestalten Regionen und Kommunen. Die Corona-Krise hat viele von ihnen schon knallhart erwischt, ebenso große Unternehmen. Die Auswirkungen werden erst in den nächsten Monaten und Jahren sichtbar und spürbar werden. Und dann?

Menschen sterben. Auch an diesem Virus. Es kann doch nur sinnvoll sein, jetzt eine verträgliche Lösung vor allem für Risikogruppen zu finden, ohne dabei eine ganze Nation plattzumachen und Menschen in große Not zu bringen. Schutz, Zeitfenster und soziale Unterstützung sind hier die Schlagworte. Boris Palmer in Tübingen hat es unter anderem recht gut vorgemacht.

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