Reilingen

Reiterverein Beim großen Turnier ziehen alle ehrenamtlichen Helfer an einem Strang / Seit 20 Jahren gibt’s Russische Eier

Urgesteine, Tradition und Technik

Archivartikel

Reilingen.Glänzende Sprünge, top gepflegte Plätze, kühle Getränke, leckeres Essen. Ein Ereignis wie ein Reitturnier auf die Beine zu stellen, bedeutet einiges mehr, als eine Ausschreibung zu veröffentlichen und auf die Reiter zu warten. Beim Reit- und Springturnier des Reitervereins Reilingen ist ein großes Team ehrenamtlicher Helfer aktiv, um Mensch und Tier ein grandioses Wochenende zu bieten. Dabei ist nicht nur der sportliche Aspekt auf dem Platz interessant, auch ein Blick hinter die Kulissen lohnt sich.

Wer das Reitturnier in Reilingen kennt, der weiß, hier gibt es Russische Eier. Eine Spezialität, für die manch ein Gast extra anreist, gar nicht unbedingt, um den Sport zu verfolgen. In der Küche direkt neben der Reithalle läuft bereits seit Donnerstag alles auf Hochtouren. Margret Eichhorn, Bruni Filsinger sowie Edith und Viktoria Riester sorgen für ständigen Nachschub der insgesamt sechs verschiedenen Salate.

„Das ist jeden Tag frisch“, erzählt Edith Riester, während sie in einer großen Salatschüssel die Gurken würzt, „bei uns gibt’s nichts aus der Dose.“ Die vier Frauen sind sozusagen das Stammteam der Salatküche und bereiten auch die Russischen Eier vor.

„Einfach mal ausprobiert“

Die Dienstälteste, Margret Eichhorn, erinnert sich daran, wie vor langer Zeit das Gericht seinen Weg auf die Speisekarte fand: „Wir haben das einfach mal ausprobiert. Und jetzt gibt’s Russische Eier bei uns schon seit 20 Jahren.“ Und die Nachfrage steigt. Noch vor ein paar Jahren reichten 1000 Eier für ein Turnierwochenende, heute sind es um die 2000. Während bei dem leckeren Gericht mit Lachs und Kaviar der Sport genossen wird, bekommen die ehrenamtlichen Helferinnen nicht viel von den Pferden mit. „Wir nehmen’s locker“, lacht Bruni Filsinger, „an einem Wochenende kommen da schon mal 50 Stunden zusammen.“ Und dennoch sind die Russischen Eier, bei denen keiner so genau weiß warum die eigentlich so heißen, mit Liebe gemacht.

Nebenan am Grill steht Wolfgang Eichhorn und sorgt nicht nur für leckere Steaks und Würstchen, sondern auch für die Unterhaltung in der Küche. Er ist schon immer Mitglied des Reitvereins, genauso wie Vater und Tochter. „Ohne Urgesteine wie die Eichhorns würde hier gar nichts funktionieren“, meint Marie-Sophie Kröncke, die selber das ganze Wochenende direkt am sportlichen Geschehen ist. Am Rande des Dressurvierecks sorgt sie dafür, dass die erreichten Noten korrekt eingetragen werden oder moderiert auch mal die Siegerehrung. Unserer Zeitung gewährt sie einen kurzen Einblick hinter die technischen Kulissen. Mit einem Computerprogramm, das speziell auf Reitsport-events ausgelegt ist, werden alle Ergebnisse gesammelt, sortiert und auch an die Live-Auskunft der Deutschen Reiterlichen Vereinigung übermittelt. Da heißt es auf Zack sein, um alle Ergebnisse korrekt und zeitnah einzutragen.

Leistung abseits des Platzes

Wer beim Turnier in Reilingen nicht nur auf die Pferde achtet, der bemerkt, dass auch abseits des Platzes große Leistung von morgens bis abends erbracht wird. Alles ehrenamtlich und mit guter Laune. Unter der Turnierleitung von Sebastian Klein, Ralf Müller und Dominique Stadler wird viel dafür getan, Zuschauern, Reitern und Vierbeinern ein tolles Ereignis zu ermöglichen.

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