Plankstadt

Öffentliches Bücherregal Kinderbuchautor Benno Pludra ist mit „Tambari“ vertreten / Biografie eines morschen Fischkutters

Schiffsjungen sind abenteuerliche Kerle

PLANKSTADT.Im öffentlichen Bücherregal stehen nicht nur Fachbücher, Krimis und Romane, auch an die jungen Leser ist gedacht. Heute schauen wir einmal in die abenteuerliche Welt des Kinderbuchautors Benno Pludra (1925 bis 2014).

Einer der wohl größten Kinderbuchautoren der DDR liebte das Meer. Mit 16 Jahren ging er 1942 an Bord des Segelschulschiffs Padua, um Kapitän zu werden. Er brachte es jedoch nur bis zum Schiffsjungen, was ihn nicht störte, denn in seinen Büchern waren die abenteuerlichsten Kerle auch alle mal Schiffsjungen. Er überlebte den Untergang eines großen Dampfers, auf dem er angeheuert hatte und saß danach gerne in den Dünen von Dänemark, von wo aus er hinüber nach Deutschland sah und auf das Kriegsende wartete.

Zur See gefahren ist er nicht wieder. Er studierte Germanistik und Geschichte, wurde Redakteur einer Programmzeitschrift, 1950 gewann er bei einem Preisausschreiben für Kinderliteratur den ersten Preis. Seine Figuren, wie die des schwarzen, weichen Hundes „Bootsmann“, der auf einer Eisscholle in der Ostsee treibt oder „Die Reise nach Sundevit“, die die Sehnsucht eines kleinen Jungen nach dem großen Meer beschreibt und das im Folgenden präsentierte Buch „Tambari“ zählen zu seinen bekanntesten Büchern.

„Tambari“ ist die Biografie eines morschen Fischkutters, der dem alten Seemann und Weltumsegler Luden Dassow gehörte. Der ist gestorben und hinterlässt seinen alten Kutter den Fischern aus Koselin am Bodden. Weil Luden Dassow wenig Freunde hatte, wollen die Fischer seinen Kutter aber nicht und schenken ihn den Kindern im Ort. Doch unter diesen gab es einen einzigen Freund Dassows, den Fischersohn Jan Töller.

Träume, Hoffnung und Abenteuer

Der Zwölfjährige sieht im alten Kutter Erinnerungen an gemeinsame Fahrten mit dem alten Seemann, Träume, Hoffnung und Abenteuer, setzt alles daran, das Schiff zu retten. Schon die ersten Sätze im Buch klingen abenteuerlich: „Mit dem Sturm in der Nacht, unterm jagenden Mond, glashart und grün kam das Eis. Endlos heran, aus dem Bodden heran – man hatte noch nie so viel Eis gesehen. Den Kutter Tambari traf es zuerst.“ Natürlich schaffen es die Kinder, den Kutter wieder seetüchtig zu machen. Und dann passiert es: Die Fischer wollen das Boot zurück, ein ordentlicher Streit liegt in der Luft. Jan fährt nachts mit seinen Freunden Henrik und Wiebke raus auf den Bodden . . .

Wie die Geschichte weitergeht und endet, erfährt man, wenn man sich das Büchlein aus dem öffentlichen Regal an der Bushaltestelle am Rathausplatz holt und liest. Übrigens wurde „Tambari“ 1977 in Schwarzweiß verfilmt. zesa

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