Plankstadt

Ferienprogramm Kunstpädagogin Ursula Seither bringt den Teilnehmern das Zeichnen auf andere Art bei / Gehirn wird beim Malen mit der ungewohnten Hand gefordert

Junge Künstler erleben Abenteuer mit dem Bleistift

Archivartikel

Plankstadt.„Ein Abenteuer ist für mich, wenn man etwas Gefährliches erlebt, aber dann wieder heil nach Hause kommt“, meinte Marie beim Ferienprogramm „Abenteuer Bleistift“ mit Musik- und Kunstpädagogin Ursula Seither. Wirklich gefährlich war der Vormittag mit dem Stift nicht. Aber Neues gab es einiges zu lernen.

Wichtig war dabei zunächst die richtige Vorbereitung. So bekam jedes Kind von Ursula Seither ein Blatt Papier, das alle an ihrem Platz festklebten. Dann wurden die Bleistifte ausgeteilt – möglichst weiche, damit die Linien schön dunkel wurden. Endlich ging es los.

„Wir malen im Stehen“, gab Seither als Anweisung und sagte gleich darauf überraschend: „Wir nehmen den Bleistift in die andere Hand.“ „Ich kann nicht mit links malen“, rief Eleni etwas erschrocken aus. Doch genau darum ging es: Etwas zu tun, was man vorher noch nie getan hatte.

„Ihr dürft jetzt richtig große Kreise malen, dann auch kleinere. Mal in die eine und mal in die andere Richtung“, ließ Seither hören. Die Teilnehmer gaben ihr Bestes. Plötzlich war nicht mehr zu hören, dass man mit links nicht zeichnen könne. Bei allen klappte es prima. „Es gibt sogar Leute, die mit den Füßen zeichnen. Man kann alles lernen, es ist am Anfang nur ungewohnt“, erklärte die Pädagogin, „wenn wir alles nur mit unserer gewohnten Hand machen, schnarchen die Gehirnzellen vor sich hin.“

Lilli zeichnete konzentriert vor sich hin. „Das schönste am Zeichnen ist für mich, dass man alles malen kann, was man möchte“, meinte die Zwölfjährige. Sie sucht sich gerne im Internet Anleitungen, wie sie Dinge aufs Papier bringen kann, „zum Beispiel Augen oder Gesichter“.

„Ich male zu Hause lieber als Hausaufgaben zu machen“, verriet Eleni. Sie zeichne am liebsten Katzen und Eulen, erklärte die Achtjährige. Beim nächsten Bild ging es um Linien, bei denen man mal stärker und mal schwächer aufdrücken sollte. „Welche davon sind denn vorne, die hellen oder die dunklen?“, fragte Seither die Kinder. Die dunklen, wussten diese. So lernten sie spielerisch, dass etwas umso weiter vorne erscheint, je dunkler man es mit dem Bleistift zeichnet.

Was genau auf dem nächsten Bild zu sehen war, das bekamen die Teilnehmer vorher nicht verraten. Sie sollten abwechselnd mit rechts und links kleiner werdende Balken aufs Papier zeichnen. „Was ist das wohl?“, fragte Seither dann. „Es sieht aus wie ein Zaun“, wusste Marie.

Pferd steht auf dem Kopf

Danach ging es an ein etwas schwierigeres Motiv. Die Kinder sollten ein Pferd abzeichnen. Doch nicht etwa auf ganz normale Weise, sondern die Zeichnung stand dabei auf dem Kopf. „Das kann ich nicht“, meinte Claudio. Doch er sollte sich gemeinsam mit allen anderen noch wundern: Die Übung klappte besser als gedacht und es schritten zehn wunderschöne Pferde über die einzelnen Blätter. „Weil es auf dem Kopf steht, schaut man beim Abzeichnen automatisch genauer hin“, erklärte Ursula Seither, warum das so gut funktioniert.

Am Ende war noch etwas Zeit, ein eigens mitgebrachtes Foto abzuzeichnen. Dann gingen die Kinder mit einer prall gefüllten Zeichenmappe nach Hause, um dort mit den neuen Impulsen weiter zu üben. grö

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