Oftersheim

Mehr als nur ein Einkauf

Anette Zietsch findet, dass die Einzelhändler am Ort fehlen

 

Schade. In diesem Monat schließen gleich zwei Fachgeschäfte – und hinterlassen damit eine große Lücke im Branchenmix der Gemeinde. Denn sowohl Jürgen Gieße als auch Ingrid Lindner waren sozusagen „die Letzten ihrer Art“. Will sagen: Die Oftersheimer müssen in Zukunft auf eine Metzgerei und einen Buchladen am Ort verzichten.

Natürlich: Bücher kann man im Internet bestellen und Fleisch oder Wurst gibt’s bei jedem Discounter. Der Fortbestand der Spezies Mensch ist also nicht gefährdet.

Aber dennoch: Beide Alternativen, mögen sie vielleicht sogar günstiger und damit auch auf den ersten Blick attraktiver sein, lassen vor allem zwei Aspekte vermissen: kompetente Beratung – im Fall der Metzgerei auch ganz eng verknüpft mit Qualität, auf die man vertrauen kann – und soziale Kontakte. Denn in diesen Geschäften gibt es immer noch eine kleine Plauderei unter Kunden beziehungsweise zwischen Käufer und Verkäufer – und das sogar gratis. Gerade für ältere Menschen ist dieses Gespräch unbezahlbar. Sie werden ihre Sorgen und Nöte los, um die sich sonst niemand kümmert.

Aber auch die Vielfalt, von der eine Gemeinde – insbesondere eine kleinere wie Oftersheim – lebt, geht natürlich verloren. Je mehr Geschäfte fehlen, desto mehr Gründe gibt es, in die Nachbarkommune zu gehen und dort gleich alle Einkäufe zu erledigen – damit ist dann die Existenz der bestehenden Geschäfte noch stärker gefährdet.

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