Oftersheim

Tag des offenen Denkmals Hardtgemeinde besitzt kleine Schätzchen und alte Mauern / Ein Besuch lohnt das ganze Jahr / Im Bewusstsein verankern und erhalten

Auch spannend: Wegweiser oder Herzogkreuz

Archivartikel

Oftersheim.Kleine Schätzchen, alte Mauern – in der Hardtgemeinde gibt es sie zwar nicht zuhauf, die geschichtsträchtigen Stellen und Plätze. Aber sie existieren. An diese Tatsache erinnert der morgige Tag des Denkmals – obwohl es dieses Mal keine Beteiligung an der 25. Auflage der bundesweiten Aktion gibt. Doch das Datum ist ein guter Grund, auf die vergangenen Aktionen zurückzublicken und gibt dem einen oder anderen Oftersheimer vielleicht den Anstoß, auf eigene Faust dort vorbeizuschauen und ein Gebäude oder ein Fundstück aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Nachdem in den 1990er Jahren bei der ersten Teilnahme lediglich das Gemeindemuseum – und auch das nur mit mäßigem Erfolg – geöffnet war, änderte sich dies ab 2006. Zum Thema „Historische Gärten und Parks“ präsentierte sich – mit Unterstützung des Heimat- und Kulturkreises – vor zwölf Jahren der alte Kirchhof und heutige Gemeindepark mit einer Fotoausstellung und drei gut besuchten Führungen.

Orte des Gebets

Ein Jahr später stand dann die katholische Kirche St. Kilian im Fokus, nicht nur des Mottos „Orte des Gebets“ wegen, sondern auch im Hinblick auf anstehende Sanierungsmaßnahmen und die Teilerneuerung des Geläutes. Das neugotische Gotteshaus ist gemäß des Begründungstextes in der Liste der Kulturdenkmale das bedeutendste Bauwerk in Oftersheim. Dieser Status rührt nicht zuletzt daher, dass es zusammen mit dem stilgleichen Pfarrhaus und der umgebenden großzügigen Grünanlage eine sogenannte „Sachgesamtheit“ bildet, wie es im Fachjargon heißt, und daher besonders schutzwürdig ist, nicht nur des Ortsbildes wegen.

Im Folgejahr standen die Pforten der evangelischen Christuskirche als jüngstem Kulturdenkmal des Ortes einer breiten Öffentlichkeit offen, die sich in großer Zahl für die Geschichte auch des Vorgängerbaues interessierte. Wie schon zwei Jahre zuvor gewährte auch der Turm im Erdgeschoss aufschlussreiche Einblicke in seine wechselhafte Geschichte. Damals fanden sich mehrere Gemeindemitglieder, die gerne den an diesem Tag obligatorischen Info-Tisch betreuten und sich den Fragen der Besucher stellten.

100 Jahre Schulgeschichte

Im Jahr 2011 wurde im Hinblick auf das 100-jährige Bestehen des Hauptgebäudes der Friedrich-Ebert-Schule die örtliche Schulgeschichte beleuchtet. Der Heimat- und Kulturkreis richtete diesen Tag erneut mit Hilfe einiger rühriger Mitglieder aus, die zum wiederholten Erfolg dieser Veranstaltungsreihe beitrugen.

Die St. Kilianskirche stand noch zweimal beim Tag des Denkmals im Mittelpunkt – 2009 anlässlich ihres Weihejubiläums und 2014 zusammen mit der Christuskirche. Damals gab es nicht nur in beiden Gotteshäusern Ausstellungen, sondern erstmals auch objektübergreifende Führungen mit dem damaligen Kirchengemeinderatsvorsitzenden der evangelischen Gemeinde, Dr. Gunter Zimmermann, und Hans-Peter Sturm von der damals selbstständigen katholischen Pfarrgemeinde, die im Folgejahr in der Seelsorgeeinheit Schwetzingen aufging.

2017 führte schließlich nach elf Jahren der Weg vieler an der lokalen Geschichte interessierten Personen erneut „in de alde Käischhouf“, der seit seiner Auflassung nach 1956 schon drei Umgestaltungen sah, die abermals anhand zahlreicher Bilder veranschaulicht wurden, zusammen mit der Geschichte der Christuskirche, die in diesem Jahr 60 Jahre alt wurde.

Vielleicht ist im nächsten Jahr die Hardtgemeinde wieder mit dabei, möglicherweise auch einmal mit einem anderen Objekt. Denkbar wären beispielsweise die eine oder andere landwirtschaftliche Hofanlage, die noch Zeugnis vom bäuerlichen Leben in „Alt-Ofdasche“ geben kann, ein Blick auf die Geschichte der einst schlossähnlichen Anlage der verschwundenen Mühle oder die Kleindenkmale auf der Gemarkung wie Grenzsteine, Wegweiser, Herzogkreuz und „Bildstöckl“.

Zeugen der Vergangenheit

Oftersheim besitzt heute nur noch spärliche Zeugen der Vergangenheit, die es daher umso mehr zu erhalten und im öffentlichen Bewusstsein zu verankern gilt – ganz in Sinne des diesjährigen Denkmaltag-Mottos: „Entdecken, was uns verbindet“.

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