Lokalsport

Ringen Mit 20:2 Stimmen wird der Septemberstart abgesagt

Vereine gegen Betrieb von Ober- und Verbandsliga

Archivartikel

Der nordbadische Ringer-Verband (NBRV) hatte seine Mitgliedsvereine zum 72. Verbandstag in die Mineralix-Arena nach Weingarten eingeladen. Im Mittelpunkt stand die Entscheidung, ob der für Samstag, 5. September, geplante Saisonauftakt in den Ligen des NBRV erfolgen kann. Bereits Mitte vergangener Woche hatten die in der ARGE Baden-Württemberg zusammengefassten Vereine der Regionalliga mit dem knappen Ergebnis von 6:4 für eine Absage votiert. Nun wurden auch mit 20:2 Stimmen Ober- und Verbandsliga abgesagt.

Lange diskutierten die Vereinsvertreter über die Möglichkeit der Rundenkämpfe. Wie allseits zu hören war, steht die Gesundheit der Sportler im Vordergrund. „Nach den Lockerung wollen wir verantwortungsvoll den Sportbetrieb wieder aufnehmen, doch wir haben für die Sorgen der Vereine Verständnis“, so NBRV-Präsident Ralph Schmidt.

Sein Sportreferent Hardy Stüber legte den Vereinen zwei Konzepte für die Punkterunde vor: Dabei war vorgesehen, dass der Verband keine Startgebühren erhebt, die Kampfrichterkosten halbiert und die Mannschaftsstärke auf acht Ringer als Mindestzahl reduziert werden kann. Bei den Hygienevorschriften beziehungsweise Zuschauerzahlen müssen sich die Vereine jedoch an die Vorgaben der Landesregierung halten. Eine endgültige Entscheidung, so Stüber, solle nach dem 31. Juli fallen, nachdem welche Lockerungen bis dahin eingeführt werden.

Am Ende stand ein klares Votum von 20:2 Stimmen dagegen. Die unklare rechtliche Lage bezüglich der Corona-Pandemie, wirtschaftliche Gründe aufgrund erheblicher Einnahmeausfälle und die Sorge um die Gesundheit waren hier die Hauptargumente der Vereinsvertreter. Niemand könne die Situation zum geplanten Saisonbeginn Anfang September bereits heute verlässlich bewerten. Man stellte den Vereinen seitens des NBRV jedoch frei, sich bis 31. August für alternative Wettkampfformen – etwa zeitlich verkürzte Rundenkämpfe, Turnierform oder Freundschaftsbegegnungen – zu entscheiden und diese dann durchzuführen. Ziel sei es, Ringen als Sportart im Bewusstsein der Menschen zu halten und auch mediale Präsenz zu zeigen.

Auch der KSV Ketsch plädierte für die Absage. Für den Vorsitzenden Adi Herzog „geht die Gesundheit der Sportler, Trainer und Zuschauer vor“. „Da wir keine Feste oder auch das Benno-Becker-Turnier nicht durchführen konnten, fehlen uns wichtige Einnahmen“, so Herzog, der aber auf die Unterstützung seiner Sponsoren hofft. Mit einer starken Mannschaft hatte der KSV mit einigen Neuzugängen für die neue Saison geplant, was nun hinfällig ist.

Wie Präsident Schmidt betonte, gehe der Trainingsbetrieb für Kaderathleten am Olympiastützpunkt (OSP) Heidelberg weiter, „wobei feste Trainingsgruppen gebildet werden und sich die Sportler an die Vorschriften halten müssen“. Mittelfristig soll der OSP zum Leistungszentrum des NBRV ausgebaut und der Betrieb in den bisherigen dezentralen Stützpunkten eingestellt werden.

Stimmenschlüssel reduziert

Ein zweites, wichtiges Thema war die Änderung der Verbandssatzung, Geschäfts- und Finanzordnung, die mit großer Mehrheit beschlossen wurde. Neu geregelt wurde in diesem Zusammenhang auch der Stimmenschlüssel für die Vereine die nun pro Stimme nur noch 30 statt 50 gemeldete Mitglieder nachweisen müssen.

Einstimmig zur neuen Jugend- und Frauenreferentin wurde Jaqueline Schellin gewählt. Die Wunschkandidatin des Präsidiums bringt als ehemalige Spitzensportlerin mit nationalen und internationalen Erfolgen viel ringerischen Sachverstand und neue Ideen in das anspruchsvolle Amt mit. Ihre Vorgängerinnen Andrea Ewald und Marina Müller werden zukünftig die Bereiche Wettkampfbüro und Mediale Präsenz im Verband betreuen. tp/zg/pw

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