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3. Handball-Liga Oftersheim/Schwetzingen schlägt alten Rivalen TVG Großsachsen mit 31:26 (14:14) / Starke Schlussviertelstunde gibt den Ausschlag

Kampfstarke HG feiert den Derbysieg

Archivartikel

Dass Simon Förch gestern Abend im Aufgebot der HG Oftersheim/Schwetzingen – mit gerade mal 25 Jahren – der Älteste war, ist genauso ungewohnt wie seine aktuelle Position: Denn in Ermangelung der drei etatmäßigen Kreisläufer musste der Rückraumakteur auch im Derby gegen den TVG Großsachsen dort ran. Er löste diese Aufgabe hervorragend und war mit neun Treffern einer der Wegbereiter für den umjubelten 31:26 (14:14)-Heimsieg, den sich die junge Mannschaft als mit zunehmender Spieldauer immer besser funktionierendes Kollektiv auch erarbeitet hatte.

Lange Zeit war es aber ein Spiel auf Augenhöhe – meist mit einem Vorteil für die Gästemannschaft um den Schwetzinger Jan Triebskorn. Die „Saasemer“ lagen immer wieder in Front und führten noch beim 19:20. Erst beim 21:20 durch Linkshänder Tom Jansen (44.) gingen die Gastgeber erstmals in Führung, die sie behaupteten und ab dem 22:21 ausbauten.

„Wir haben es hintenraus ganz gut gelöst“, bilanzierte Trainer Holger Löhr. Zwar habe sich sein Team einige Zeit unheimlich schwergetan mit der aggressiven Abwehr gegen Daniel Hideg. „Wir haben aber gewusst, wenn wir versuchen, über 60 Minuten dagegenzuhalten, schwinden da auch ein bisschen die Kräfte“, erklärte er seinen Plan und lobte die Derbysieger: „Kompliment an die Mannschaft, sie hat auch kämpferisch dagegengehalten, gerade in der Abwehr. In der zweiten Halbzeit haben wir zwölf Gegentore bekommen.“

Irgendwann hatte der TVG sein Pulver verschossen. Unter anderem hatte der vorher fünfmal erfolgreiche Philipp Schulz (34) Pech mit Pfostentreffern und sah sich auch einem besser postierten Lucas Bauer gegenüber. In der Schlussphase ging quasi nur noch von Jan Triebskorn Gefahr aus. „Wir haben heute in der Abwehr zu schlecht verteidigt und ein paar zu viele einfache Gegentore bekommen“, meinte Großsachsens Trainer Stephan Pohl zusammenfassend. „Die HG hat es einfach besser gemacht, sie haben im Rückraum viel mehr Dynamik drin gehabt.“

Zwei Minuten gegen Kiel

Apropos Daniel Hideg: Der Torjäger hatte am Mittag noch im Kader des Bundesligisten Eulen Ludwigshafen gestanden und bei der 19:26-Niederlage gegen den THW Kiel am Ende sogar zwei Minuten gespielt. Dann setzte er sich ins Auto und kam rechtzeitig in der Nordstadthalle an, um sein Zweitspielrecht für die HG wahrzunehmen – mit Erfolg, wie seine sieben Treffer unterstreichen. Die Eingewöhnung falle ihm auch ohne gemeinsames Training leicht: „Das geht ohne Probleme. Ich habe ja ein Jahr unter Holger Löhr gespielt und weiß, was er spielen will.“ Dass er zum Teil neue Nebenmänner hat als in der vergangenen Saison, ficht ihn wenig an. „Hat doch geklappt.“

Einer davon ist Jerrit Jungmann. Der 19-jährige Neuzugang aus der Jugend von GWD Minden ist ein Gewinn auf der Mittelposition und machte den Zuschauern gestern mit seinem Tempo und seinen 1:1-Aktionen schon viel Spaß. Und er steuerte die beiden wichtigen Treffer zum 23:21 (49.) und 28:25 (56.) bei.

Zu diesem Zeitpunkt war auch Alexander Kubitschek längst wieder auf dem Feld. Nach einer Hüft-OP und einer Zerrung war der Kreisläufer – vor der Saison aus Leutershausen zurückgekehrt – erst einmal im Training und verlieh der Mannschaft trotzdem in der Schlussphase allein schon durch seine körperliche Präsenz vor allem Stabilität in der Defensive (mit dem guten Torwart Bauer) und wird sicher schnell zu einer weiteren personellen Alternative, zumal – Lino Messerschmidt (beruflich im Ausland) und Niklas Krämer (Rückenprobleme) weiter ausfallen werden.

Die Weichen Richtung Derbyerfolg stellte aber auch Simon Förch mit einem Dreierpack vom 24:21 bis zum 26:23 und freute sich anschließend über das Schulterklopfen der Fans. „Als in der Vorbereitung alle drei Kreisläufer ausgefallen sind, haben wir es ausprobiert.“ Dass es funktioniert hat, musste er nicht erwähnen.

HG: Bauer, Gabel, Herb; Barthelmeß (3), Hideg (8/2), Zipf (1), Förch (9), Krepper, Kubitschek (2), Demel (1), Jansen (2), Jungmann (2), Mehl, Suschlik (1), Hakic.

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