Leserbrief

Bundeswehr Ministerin stolpert von einem Skandal zum nächsten

Überall nur noch Baustellen

Nicht erst seit den zunehmenden Problemen und Ausfällen bei der Flugbereitschaft, die sowohl die Kanzlerin als auch den Bundespräsidenten zu Zwangsübernachtungen nötigten, witzelt man über unsere Bundeswehr: „Fliegt nicht, rollt nicht und taucht nicht!“ Durchforstet man das Internet unter dem Motto „Pannenserie Bundeswehr“, dann findet man so einiges.

Einige Beispiele gefällig: Ende 2017 ist nur knapp ein Drittel der Kampfpanzer Leopard 2 und kein einziges deutsches U-Boot einsatzbereit. Darüber hinaus waren Mitte 2018 nur vier von 124 Eurofightern für den Einsatz gerüstet. Diese Liste ließe sich beliebig verlängern. Interessant dabei, dass auch ein neu geliefertes Großgerät teilweise nicht funktionsfähig war.

Neuestes Drama, bei dem Verteidigungsministerin von der Leyen überfordert ist, sind die Geschehnisse um das Segelschiff „Gorch Fock“. 2012 wurden Reparaturen für 10 Millionen Euro notwendig, ob-wohl es 2010 generalüberholt worden war. 2016 wurden weitere Schäden festgestellt, die auf zusätzliche 10 MillionenEuro veranschlagt wurden. Diese wurden 2017 auf 75 Millionen Euro „aufgerundet“ und sind aktuell bei 135 Millionen Euro gelandet. Das ist nicht mehr vermittelbar, besonders wenn man bedenkt, dass die Baukosten der „Gorch Fock“ nur gut 4 Millionen Euro betrugen, nämlich 8,5 Millionen Deutsche Mark.

Und dann gibt es da ja noch die Geschichte mit den Beraterfirmen, mit der sich die Verteidigungsministerin konfrontiert sieht. Die Summe von fast 400 Millionen Euro stehen im Raum sowie diverse Ungereimtheiten bei der Vergabe generell. Ob und inwieweit Ursula von der Leyens Sohn, der bei Mc Kinsey arbeitet, irgendwie involviert ist, würde be-stimmt nicht nur mich interessieren.

Die wohl größte Baustelle der Republik, der Berliner Flughafen kostet jeden Monat 10 Millionen Euro dafür, dass er nicht geöffnet hat. Ursprünglich sollte er 2 Milliarden kosten und nach sechs Jahren Bauzeit spätestens im Juni 2012 eröffnen (ursprünglich geplant war November 2011). Die Eröffnung ist nun für Oktober 2020 geplant. So Gott will!

Die Baukosten werden aktuell mit 7,3 Milliarden Euro angegeben, sich aber wohl letztendlich um weiter 3 Milliarden erhöhen, denn nach der Eröffnung ist schon ein Umbau geplant, der bis 2030 dauern soll und dessen Kosten mit über 3 Milliarden Euro beziffert werden. Und das nächste – laut Merkel alternativlose – Milliardengrab, nämlich der Bahnhof Stuttgart 21, steht schon in den Startlöchern.

An allen Ecken und Enden fehlt’s am nötigen Kleingeld und anderswo werden horrende Summen regelrecht aus dem Fenster geworfen. Wo soll das noch hinführen?

Herbert Semsch, Brühl

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