Leserbrief

Seniorenwohnanlage Respekt gegenüber den alten Leuten gefragt

Gemeinde ist in der Pflicht

Auf den Kommentar zu den Ereignissen an der Seniorenwohnanlage in Ketsch muss ich reagieren! Gewiss neigen Jugendliche zu Grenzüberschreitungen – und das ist ihr gutes Recht. Das war auch zu meiner Jugendzeit so! Der Unterschied zu heute ist aber die nicht zu verleugnende Tatsache, dass wir bei Ermahnungen der Nachbarschaft oder des Umfelds nicht gewagt hätten, insbesondere Ältere übelst zu beleidigen. Im Gegenteil, ein Hinweis, es der Mutter zu sagen, reichte völlig, um sofort eine Verhaltensänderung zu bewirken. Zuhause hätten wir nicht noch recht bekommen, sondern eine Tracht Prügel!

Der Platz am Altenheim ist ein Spielplatz für Kinder, nicht für am Abend Fußball spielende Jugendliche, so steht das von der Gemeinde zu lesen. Doch wen interessiert das? Es müsste schon längst die Ge-meinde beziehungsweise das Ordnungsamt interessieren, da die Wohnanlage der Gemeinde gehört und die Bewohner eine ordentliche Miete zahlen, so wie mir berichtet wird. Mit Platzverweisen ist es nicht getan, da hat der Kommentator recht. Auch mit Nachforschungen nicht, wie unser Bürgermeister meint, denn dieses Problem besteht schon lange und dürfte allseits bekannt sein!

Indes habe ich, die wir in der Gutenbergstraße wohnen und im Ortsmittelpunkt einkaufen, noch nie jemanden von der mobilen Jugendarbeit dabei erwischt, dass man die grölenden Jugendlichen ermahnt und außerdem dazu auffordert, ihren Dreck wegzuräumen. Das gilt auch für die alten Bushäuschen! Schon öfter wurden die Busfahrpläne besprüht oder ganz weggerissen, so dass Senioren nur noch den Kopf schüttelten.

Sie fragen, wo die jungen Leute hinsollen? Gewiss nicht in den Ortsmittelpunkt, um unter dem neuen Blätterdach Passanten zu provozieren. Zum Alla-hopp-Gelände? Warum nicht! Ich verstehe nicht, was an der Bemerkung ironisch sein soll. Dort soll doch der Treffpunkt der Generationen stattfinden, aber nicht auf dem Spielplatz, an den direkt Wohnungen angrenzen. Mir wurde berichtet, dass man einen Rollladen als Tor missbrauchte. Im JUZ im Bruch ist wirklich viel, viel Platz, und um die Ecke wartet das teure Häuschen auf die jugendlichen Renovierer! Ich bin mal sehr gespannt, wie lange das schöne neue Bushäuschen am neuen Marktplatz aus Glas noch gut aussieht. Vor einigen Jahren mussten meine Frau und ich an Halloween nachts um 22 Uhr die Fassade von geworfenen Eiern säubern. Ein Streich? Nein, das ist Sachbeschädigung! Die Eierkartons fanden sich am nächsten Tag auf dem Spielplatz.

Lieber Herr Brückl, auch ich habe mit meinen Kameraden auf den Bus zur Schule gewartet. Wir hatten damals keine Smartphones, in die wir permanent hinein starrten und wir veranstalteten kein solches Theater, um unbedingt negativ aufzufallen. Noch ein zentrumnahes Angebot?! Leidet das Zentrum nicht schon genug unter der gewünschten „Belebtheit“?

Toleranz und Respekt könnten helfen, oder, wie es der Brühler Bürgermeister Dr. Göck unermüdlich einfordert, ein Miteinander! Ein Ideal!

Die Bewohner der Seniorenanlage beschweren sich zu Recht, so kann es nicht weiter gehen. Wer zur Ordnung mahnt, wird mit Nazi betitelt oder mit Hure, wie zu lesen war. Hure ist die schlimmste Beleidigung für eine Frau, insbesondere in muslimischer Kultur und führt oft zu unmittelbarer Gewalt, das kenne ich aus dem Schuldienst. Sollte es sich bei den Störern um ausländische Jugendliche handeln, egal ob aus Ketsch oder sonst wo her, so sollten diese unseren Alten dieselbe Ehrerbietung zeigen, die man von ihnen innerhalb ihrer Familie einfordert.

Die Wohnanlage der Gemeinde hat es nicht verdient, dass Bewohner Angst haben und sich verrammeln müssen. Es sind alte Leute, die ihre Ruhe wollen und brauchen.

Dass es kein individuelles Problem ist, sieht man an den 30 Unterschriften.

Der Hinweis, die Polizei zu rufen, ist überhaupt nicht zielführend; die hat genug Schwerwiegenderes zu bewältigen! Dass dort endlich Ruhe einkehrt, ist Sache der Gemeinde und des inzwischen verstärkten Ordnungsdienstes.

Dass nun die Bewohner aufpassen sollen, wie sie sich verhalten, ist ein Hohn, es ist ja klar, dass die Jugendhilfe sofort mit ins Horn bläst!

Klaus Tremmel, Ketsch

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