Kommentar

Sonnige Quelle der Inspiration

Matthias Mühleisen über die Vorteile gelegent-licher Ortswechsel

Wie inspirierend es doch sein kann, gewohnte Bahnen zu verlassen. Dass die Sprecher der Gruppen der Lokalen Agenda 21 ihr „Pro-Agenda“-Treffen einfach mal vom Bürgersaal des Rathauses nach draußen in die Karlsruher Straße verlegt haben, tat nicht nur dem Teint gut, den die letzten Sonnenstrahlen des Dienstags verbesserten. Das Treffen der Aktivisten in ihren bunten Agenda-T-Shirts auf Campingstühlen erregte auch bei manch einem Innenstadtbesucher Aufmerksamkeit.

Eine Handvoll Gäste nutzten immerhin die Chance, sich persönlich über die Arbeit der Ehrenamtlichen zu informieren, die lokale Antworten auf globale Herausforderungen finden möchten. Natürlich ist bei einem Abendtermin das Besucheraufkommen in der Flaniermeile nicht mehr ganz so groß, und das Halbfinale einer Fußballweltmeisterschaft hält auch ohne deutsche Beteiligung den einen oder anderen vorm Fernseher fest, doch grundsätzlich ist so ein Ortstermin in der Öffentlichkeit der richtige Weg, um bekannter zu werden.

Möglicherweise hat das Treffen auch die Lokale Agenda 21 inspiriert, über die Gründung einer weiteren Gruppe nachzudenken: Verkehrsberuhigung. Denn immer wieder mussten die Beiträge unterbrochen werden, weil die Motoren der vorbeifahrenden Motorroller oder die Musikanlagen kreuzender Cabriolets die Wortbeiträge übertönten. Da sehnte man sich den Tag herbei, an dem aus dem verkehrsberuhigten Bereich endlich eine Fußgängerzone wird, die die Aufenthaltsqualität nachhaltig steigert.

Und die Lärmaktionsplanung der Stadt könnte durchaus einen Schub vertragen, so lange wie sie schon ohne bemerkenswerte Fortschritte durch die Instanzen wandert. Da haben die Agendagruppen einiges schneller auf den Weg gebracht – man denke nur an das Thema Barrierefreiheit.

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