Kommentar

Mit Brille wär’s nicht passiert

Gert Häusler hofft auf den richtigen „Durchblick“

Im täglichen Leben ist es vorteilhaft, eine ungetrübte Sicht auf die Dinge zu haben. Ratgeber empfehlen stets: „Achten Sie auf das Kleingedruckte“, wenn es um Vertragsbedingungen, um Gebrauchsanweisungen und Ähnliches geht. „Blauäugig und im blinden Vertrauen“ war man dann, wenn man sich ohne einen Blick für die Details Nachteile eingehandelt hat oder sogar von Vertragspartnern bewusst getäuscht werden konnte.

Aber auch ohne heimtückische Klauseln ist es ratsam, einen wachen Blick zu haben, wie etwa im Straßenverkehr. So bieten Geschäfte, Vereine und Veranstalter an, dass man über Angebote, Neuigkeiten und Termine informiert wird, wenn man sich in entsprechenden Listen mit seiner Mailadresse einträgt. Eine Urlauberin hatte dazu in Norddeutschland ein spezielles Erlebnis: Auf der Rückreise kaufte sie im Hofladen eines schönen Bauernhofs einige hauseigene Produkte.

In die auf der Theke ausliegende Liste konnte man noch Wünsche ankreuzen und für laufende Infos die Mailadresse hinterlassen. Das tat die Urlauberin und fuhr 600 Kilometer zurück in die Heimat. Die Nachricht, die eine Woche nach ihrer Rückkehr mit dem Text „Ihre zwei Hähnchen sind geschlachtet und können abgeholt werden“ einging, sorgte in der Familie dann für Kopfschütteln. Der Bäuerin erklärte sie am Telefon, sie habe – ohne ihre Brille – wohl die falsche Rubrik angekreuzt und wolle eigentlich nur Infos, zudem wäre es aus Süddeutschland doch ein etwas weiter Weg zu den Hähnchen. Mit einem Schmunzeln nahm diese die Erklärung hin und stornierte den Auftrag.

Der Gedanke an das Geflügel wird bei ähnlichen Gelegenheiten jedoch künftig bestimmt den Griff zur Brille auslösen.

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