Kommentar

Merkwürdige Folgen

Katja Bauroth hat durchaus die Ruhe auf Straßen genossen

Jetzt habe ich mich an die wenigen Autos auf der Straße und die wenigen Fahrradfahrer am Neckarufer gewöhnt – und nun: alles beim Alten. Nicht falsch verstehen: Es ist nur gut, wenn wieder „Leben in die Bude“ kommt, die Menschen selbiges genießen können. Nachdenklich stimmt mich das dennoch.

Als plötzlich Mitte März der Lockdown kam, schien der Kosmos stillzustehen. Das war und ist auch im Nachgang beängstigend. Doch bald erkannte ich in dieser Situation durchaus Vorzüge – eben in Sachen Auto- und Radverkehr. Herrlich, staufrei nach Mannheim zu kommen oder am Neckarufer keinen Slalom um Walker und Jogger fahren zu müssen! Jetzt ist es wieder wie vor Mitte März – und trotzdem etwas anders. Manches Mal habe ich das Gefühl, dass die Isolation einigen Menschen nachhaltig in Bezug auf Höflichkeit und Rücksichtnahme geschadet hat. Begegnet man sich etwa auf dem kombinierten Geh- und Radweg, der in beide Richtungen genutzt wird, ist so mancher trotz Gegenverkehr in der goldenen Mitte unterwegs statt weiter rechts oder links. Oder Fußgänger reagieren nicht auf Klingelzeichen, sondern rufen nur: „Sicherheitsabstand“ und laufen weiter mittig. Ich hoffe, dass es gegen diese Folgeerscheinungen im Zuge des Virus irgendwann auch Antikörper gibt – auf welcher Seite auch immer.

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