Kommentar

Leiden Sie heute auch?

Franz Anton Bankuti spricht heute über Triskaidekaphobie

Leiden Sie unter einer Triskaidekaphobie? Dann können Sie einem heute aber wirklich leidtun. Oder doch nicht? Es tut Ihnen nur leid, nicht zu wissen, was Triskaidekaphobie ist? Das ist ganz einfach die krankhafte Angst vor der Zahl 13. Und heute haben wir den 13. Und außerdem noch Freitag. Freitag, der 13te also.

Warum hat eigentlich die Zahl 13 solch einen eigenartigen Ruf? In vielen Kulturen galt und gilt sie als Glückszahl. Natürlich gibt es auch andere Beispiele. Beim letzten Abendmahl Jesu Christi saßen 13 Personen am Tisch, einer davon war anderntags der Verräter. In der heidnischen Mythologie wird davon erzählt, dass zwölf Götter im Walhall friedlich speisten. Als Loki als 13. hinzukam, gab es Zoff, der muss recht handfest gewesen sein, denn der Götterliebling Baldur musste dabei sterben.

Im Märchen von "Dornröschen" ist es übrigens die 13. Fee, die böse war. In der Kabbala, der mystischen Tradition des Judentums, geht es im 13. Kapitel um böse Geister. Im 13. Kapitel der Johannes-Offenbarung geht es um die Anti-Christen, und die 13 ist außerdem die Zahl der babylonischen Unterwelt.

Aber was tut uns die 13 im heutigen Alltag? Im Grunde genommen nichts, sie ist nur etwas schwerer zu "handhaben". Zwölf kann man teilen durch 2 und 3 und 4 und 6, 13 ist eine Primzahl. Die zwölf ist als Dutzend eine Recheneinheit und wenn man zwei Sixpacks kauft, hat man immerhin zwölf Flaschen zuhause.

Übrigens: Als im Oktober 1955 zum ersten Male die Zahlen unseres jetzt noch aktuellen Zahlenlottos gezogen wurde, war die erste Zahl eine 13. Ein Zimmer mit der Nummer 13 sucht man in manchen Hotels vergebens. Die Auswertung einer Krankenkasse in den Jahren 2006 bis 2008 hat ergeben, dass an einem Freitag, dem 13ten, drei bis fünf Mal mehr Krankenmeldungen eingingen als an einem "normalen" Freitag. Dass eine Versicherung festgestellt hat, dass an einem Freitag, dem 13ten, etwa zehn Prozent weniger Schäden gemeldet werden, mag auch daran liegen, dass manche sich erst gar nicht aus dem Haus trauen.

Wie dem auch sei, auf jeden Fall sollte man dem Arbeitgeber nicht mitteilen, dass man unter Angst vor der Zahl 13 leide. Der könnte dann eventuell, "als freundliches Entgegenkommen", das 13. Monatsgehalt streichen.

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