Kommentar

Immer an die kürzeste Reihe

Jürgen Gruler amüsiert sich über einen Besuch in Versailles

 

Wenn wichtige Leute verabschiedet werden, dann werden auch mal Anekdoten erzählt, in denen es so richtig menschelt. So auch beim Abschied von Schlösser-Chef Andreas Falz kürzlich im Rokokotheater. Und besonders gut erzählen kann solche Geschichten ja Gerhard Stratthaus. Nicht umsonst hat er später gefragt, ob er denn ganz in kufürstlicher Tradition als Hofnarr eingeladen worden sei.

Los ging's zu Beginn der Bekanntschaft zwischen Stratt-haus und Falz - der eine war Schwetzinger Bürgermeister, der andere Schlossverwalter. "Ich hab' ihn gefragt, ob er nicht der CDU beitreten wolle", erzählte Stratthaus jetzt. "Seh ich so aus?" habe dieser frech geantwortet. "Ich hatte mir gleich gedacht, dass das ein Roter ist! Da habe ich halt Kerstin Nötting angerufen und ihr gesagt, ich hab' da einen für die SPD-Liste."

Trotz der Parteiunterscheide haben sich die beiden bestens verstanden, auch später, als Stratthaus dann als Finanzminister der oberste Chef von Falz wurde: Zusammen sind sie eines Tages nach Versailles gereist.

Stratthaus erzählt: "Es haben ja immer alle gesagt, Schwetzingen erinnere an Versailles. Aber ich finde, dass der Schlossgarten in Schwetzingen viel schöner ist. Als wir ankamen, standen drei lange Schlangen vor dem Eingang. Da haben wir uns an der kürzesten angestellt. Bis wir dann irgendwann feststellen mussten, dass da nur Männer standen und es die Reihe zur Herrentoilette war. Da sind wir dann halt erstmal dorthin gegangen."

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