Kommentar

Handtuchwerfer

Gert Häusler über jetzt angekündigte und wirkliche Rücktritte

Es ist wieder viel Bewegung in der Welt und Deutschland befindet sich in manchen Disziplinen auf den vorderen Plätzen. So beim sogenannten Handtuchwerfen. Boxfreunde kennen das. Erkennt der Betreuer, dass sein Boxer nicht mehr in der Lage ist, den Kampf weiterzuführen, wirft er das Handtuch in den Ring. Der Ringrichter bricht den Kampf ab.

Abbrechen und Aufgeben ist derzeit ein häufiges Stichwort und die Handtuchwerfer haben Hochkonjunktur: In der Politik durch einen Thüringer Kürzestzeit-Ministerpräsidenten und der nachfolgenden AKK mit mittelfristigem Rücktritt und Nicht-Kanzlerkandidatur. Auch bei uns im Ländle wollen ja zwei Minister einfach nicht weitermachen und lassen Kretschmann zurück.

Im Sport, Abteilung Showgeschäft, zieht sich Hauptstadtvisionär Klinsmann wieder in den Aufsichtsrat der Hertha zurück. Selbst im Spitzenamt der katholischen Kirche will Kardinal Marx nicht mehr Sprecher der deutschen Bischöfe sein. Es sind also ganz schön viele Handtücher im Ring. Fairerweise muss man die Rücktritte und Ankündigen einzeln betrachten, manche können sicher zukunftsweisend sein und Probleme beseitigen, während andere eher wie eine bequeme, gut gepolsterte Flucht anmuten.

Leider gibt es einige „Führer“ auf der Welt, die nicht im Traum an Rücktritt denken, obwohl sie damit vielen Menschen einen großen Wunsch erfüllen würden.

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