Kommentar

Das Auge isst mit

Gert Häusler über bunte Vielfalt, die über Gerichte hinausgeht

Besondere Zeiten wie diese ändern auch in Familien einiges. So wird in vielen Haushalten wieder regelmäßiger und oft mit mehr Aufwand gekocht. Es ist ein wenig wie früher, als Kochen fester Teil des Tagesablaufs war. Vor allem durch frische Zutaten kommt Farbe in die Küche und auf den Tisch. Schon in der Kindheit verbinden wir einen Großteil unserer Lebensmittel mit Farben. Von roten Tomaten, grünen Salatgurken, blauen Zwetschgen und gelben Bananen haben wir genauso ein Bild vor uns wie von „Pommes rot-weiß“. Beim Gedanken an gold-braune Bratkartoffeln mit grünem Salat und einer (Fleisch-)Beilage läuft manchem das Wasser im Mund zusammen. Obwohl sich bei den Essgewohnheiten zwar auch vegetarische und vegane Richtungen entwickeln, halten sich Vorlieben oft sehr lange: hier der grüne Spinat und da Vanille- oder Erdbeereis, Schokoladenpudding und das braune Nutella. Bei weißem oder grünem Spargel gibt es die besonderen Vorlieben ebenso wie bei Rot- oder Weißwein.

An einem schön gedeckten Tisch spürt man, dass Essen doch mehr sein kann als schlichte Nahrungsaufnahme. Dies wollen auch unsere liebgewonnenen und vielfach vermissten Gaststätten und Restaurants nach der schwierigen Zwangspause mit ihren speziellen Qualitäten von Küche und Service jetzt wieder zeigen. Sie können die kulinarische Farbpalette noch bunter machen. Wir sollten ihnen durch unsere Besuche die Chance dazu geben.

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