Kommentar

Bodenturnen zu „Dirty Diana“

Katja Bauroth philosophiert über musikalisches Erbe

Es ist schon Wahnsinn, wie viele Hits Michael Jackson in seiner Karriere geschaffen hat! Lieder, die ihn über den Tod hinaus unvergessen machen. Songs, mit denen viele Erlebnisse verbinden, die immer wieder vor dem geistigen Auge auftauchen, wenn sie im Radio gespielt werden. „Thriller“ zum Beispiel – legendär das Zombie-Video, dessen Fernsehpremiere gemeinsam mit Freunden mit Spannung erwartet und schließlich bei Cola und Popcorn zelebriert wurde. Oder der Titel „Dirty Diana“, der im Teenageralter im Sportunterricht für so manche Bodenturnchoreographie herhalten musste.

Aber es sind nicht nur die Songs von Michael Jackson, die Jugenderinnerungen wecken. Kurt Cobain von „Nirvana“ zum Beispiel. Ich kenne viele (weibliche) Teenies meiner Generation, die ihrem Liebeskummer über seine Stimme Ausdruck verliehen haben. Oder Falco. Wie weit er mit seinen Arrangements seiner Zeit voraus war, wird manchem erst heute bewusst. Und dann Freddie Mercury. Nach dem jüngsten Kinofilm über dessen Leben und die Arbeit mit „Queen“ werden Lieder wie „Don’t stop me now“ und „The show must go on“ ins Hier und Jetzt gebeamt und erzeugen auch Gänsehaut bei Menschen, die Mercury gar nicht erleben konnten. Dann Whitney Houston. Trotz Sängerinnen wie Adele bleibt ihre Stimme – zumindest für mich – unerreicht.

Es ist einfach unglaublich, welche Emotionen die Musik über Generationen hinweg erzeugen kann, auch wenn ihre Macher schon lange nicht mehr unter uns weilen.

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