Kommentar

Ach du Kacke!

Jürgen Gruler amüsiert sich über ein wunderliches Brettspiel

Endlich sind wir ganz unten angekommen. Lange mussten wir auf ein Spiel warten, das von hohem pädagogischen Wert ist. Jetzt ist es auf dem Markt: „Ach du Kacke!“ heißt es und beschert hat es uns der in Rhode Island ansässige US-amerikanische Spielzeugkonzern Hasbro. Schon ein Blick in die Beschreibung zeigt, dass unsere Erwartung uns nicht täuscht, denn „so witzig der Name, so lustig das Spiel“, heißt es dort. „Bei ,Ach du Kacke!‘ werden Häufchen aus brauner Knete geformt und auf einem Gassiweg platziert. Dabei sollte man sich die Stelle der Hundehaufen gut merken, denn barfuß und mit verbundenen Augen versuchen die Spieler mutig, die knatschigen Tretminen zu umgehen. Wem es gelingt, in die wenigsten Häufchen zu treten, gewinnt! Ein witziger Spielspaß ab vier Jahren“, meint zumindest Hasbro. Mit 19 bis 25 Euro ist man dabei.

Aber das kann man auch billiger haben. Denn auf den Feldwegen zwischen der Oststadt und Plankstadt oder hinterm Schlossgarten gibt’s die Tretminen ganz umsonst und geruchs- und gefühlsecht – für Menschen mit Profilschuhen oder Sandalen eine wahre Wonne.

Nur gut, dass das nicht das einzige Spiel ist, das uns Hasbro so anbietet, denn auch „Monopoly“ gehört zu der Unternehmensgruppe. Und da fällt mir gleich eine tolle konzerninterne und zugleich linksradikale Kombinationsmöglichkeit ein. Den Kackhaufen in der teuren Parkstraße oder auf der Schlossallee platzieren und dann geht’s erst mal ab ins Gefängnis. Aber gehen Sie nicht über Los und ziehen Sie nicht 2000 Mark ein – oder stehen da jetzt im Vergleich zu meiner alten Monopoly-Version 2000 Euro auf der Ereigniskarte?

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional