Ketsch

Neurottschule Gemeinde nutzt Sommerferien für Kernsanierung mehrerer Toiletten / Grundreinigung sorgt für sauberes Schulhaus / Mensa liegt im Zeitplan

Viel Staub und Dreck für neue Klos

Archivartikel

Ketsch.Die fünf Putzkräfte der Gemeinde, die nur für die Neurottschule zuständig sind, brauchen derzeit starke Nerven: Nicht nur, dass sie die Sommerferien nutzen müssen, um dem gesamten Schulgebäude eine intensive Grundreinigung zu verpassen. Sie müssen auch die Folgen von Heinrich Burkhardts und Günter Bückles Handwerkskünsten ausbaden - beziehungsweise wegsaugen und -wischen. Burkhardt ist Inhaber des gleichnamigen Ketscher Sanitärbetriebs, Bückle Inhaber eines Fliesenbetriebs. Zusammen mit weiteren Kollegen sanieren sie in der unterrichtsfreien Zeit in einem kompletten Gebäudetrakt die Toiletten. Und das bedeutet: Staub und Dreck über drei Etagen und im Foyer. Und der muss wieder weg sein, wenn am Montagmorgen, 10. September, die Schüler zurückkommen.

„Wir haben noch einiges zu tun, aber es läuft“, sagen Heinrich Burkhardt und Günter Bückle, während sie sich den Staub aus dem Gesicht wischen. Die Anlagen werden kernsaniert, alle Leitungen und Einrichtungen werden ausgetauscht. Seit mehreren Jahren erneuert die Gemeinde die Toiletten in der Neurottschule, in jeder Sommerferienzeit ist für rund 60.000 Euro ein einzelner Trakt mit drei Geschossen an der Reihe.

Neue Fliesen strahlen

Im Unter- und Erdgeschoss des aktuellen Abschnitts sind zwar schon die Installationen abgeschlossen, aber die Wände noch kahl. Im ersten Stock strahlen hingegen bereits die neuen weißen Fliesen. Waschbecken und Toilettenschüsseln kommen als letztes. „Wir sind zuversichtlich, dass wir die Arbeiten pünktlich zum Schulstart abschließen können“, sagt Bauamtsleiter Hans Keilbach. „Nur unsere Putzkräfte sind bisweilen etwas genervt.“

Für die Grundreinigung des Gebäudes ist ebenfalls nur während der langen Sommerferien Zeit, so kommt es zu der Überschneidung mit der Sanierung. Derzeit machen die fünf Fachkräfte dann vor kaum etwas Halt: Lampenverkleidungen werden abmontiert und von toten Insekten und anderem Schmutz befreit. Der Kunststeinboden wird gewienert und mit einem Spezialmittel versiegelt, damit er möglichst ein Jahr lang ansehnlich bleibt. Und in den Klassenzimmern steht kein Stuhl auf dem Boden: Überall wird gesaugt und gewischt.

„In den einzelnen Räumen können unsere Mitarbeiter in Ruhe putzen und die Tür schließen, dann können direkt nebenan auch die Toiletten saniert werden“, sagt Bauamtsleiter Keilbach. Problematischer ist die Lage im Foyer: Eine dicke weiße Schicht aus Baustaub führt kerzengerade vom Eingang zum sanierten Toilettenbereich. „Das muss ganz am Ende sauber gemacht werden, vorher haben wir da keine Chance“, so Keilbach.

Bis auf die Fensterreinigung wird der Grundputz von den bei der Gemeinde angestellten Mitarbeitern gestemmt. Externe Firmen gibt es für die Reinigung der Ketscher Schulen schon seit Jahren nicht mehr - dieses „Outsourcing“ habe sich nicht bewährt, die Qualität habe beim gnadenlosen Preiskampf der Firmen gelitten, sagt Bauamtsleiter Keilbach.

Beton muss ruhen

Große Fortschritte gibt es derweil auch beim rund 3,9 Millionen Euro teuren Neubau der Mensa samt Hort, direkt neben der Neurottschule an der Jägerndorfer Straße. Wobei die Schüler demnächst erst einmal nicht viel Baustellentrubel erleben werden: Der Beton muss nämlich mehrere Wochen ruhen. Das Fundament ist inzwischen nahezu fertig. „Im Moment ist die Baufirma noch mit den Aufkantungen beschäftigt, auf die dann später die Fertigbauteile aus Holz montiert werden“, erklärt Hans Keilbach und zeigt auf das große Baufeld. Wenn alle Betonarbeiten abgeschlossen sind, wird die Baustelle aufgeräumt und in Teilen aufgefüllt, dann ist einige Wochen lang Ruhe. „Wenn das Fundament schließlich durchgetrocknet ist, geht es mit den Wänden ziemlich schnell“, verspricht der Bauamtsleiter.

Aufkantungen genau messen

Da die Mensa als Fertighaus in Holzbauweise errichtet wird, stehen die Wände in zehn bis zwölf Tagen. Vorher müssen die Arbeiter aber die Aufkantungen ganz genau ausmessen, damit die aus Norddeutschland angelieferten Holzbauteile auch exakt passen. „Da darf beim Fertigbau nichts schiefgehen. Einfach mal eine Wand wieder in Teilen abbauen, wie beim Mauern, geht da nicht“, sagt Keilbach.

Im September soll der Gemeinderat über die Vergabe des Innenausbaus und der Elektrik entscheiden, im Oktober rechnet die Gemeinde mit der Ausschreibung der Fenster und Metallbauarbeiten. Die Aufträge für das Dach sind bereits vergeben, der Rohbau wird also nicht mehr lange auf sich warten lassen. Am Fertigstellungstermin im Mai oder Juni kommenden Jahres hält die Bauplanung weiter fest. „Das sollten wir hinbekommen, bislang gab es noch keine Verzögerungen beim Bau“, hofft Bauamtsleiter Hans Keilbach auf einen eher milden Winter. In den nächsten Sommerferien sollte der Neubau also bereits komplett im Einsatz sein.

Info: Mehr Fotos unter www.schwetzinger-zeitung.de

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