Eppelheim

Typisierungsaktion Robert Karch braucht dringend einen genetischen Zwilling / Bürgermeisterin hofft auf rege Teilnahme / Café „Blutplättchen“ soll zur Finanzierung beitragen

Patricia Rebmann: Wir wollen uns umeinander kümmern

Archivartikel

Eppelheim.Für Robert Karch und seine Familie ist es die größte Hoffnung, dass am nächsten Sonntag möglichst viele Menschen in die Rudolf-Wild-Halle kommen. Der 54-jährige Eppelheimer ist zu Beginn des letzten Jahres an einem Multiplen Myelom erkrankt und sein Leben kann nur durch fremde Stammzellen gerettet werden (wir berichteten). Die Erkrankung ist durch die Vermehrung von bösartigen Plasmazellen gekennzeichnet, die bisherigen Behandlungen wie Chemotherapien und Eigen-Stammzelltransplantation haben nicht den gewünschten Erfolg gebracht. „Ich werde überall angesprochen, bekomme viel Zuspruch“, sagt Karch bei der Vorstellung des Aufrufs zur Registrierung am Sonntag.

Bürgermeisterin Patricia Rebmann ist die Schirmherrin der Typisierungsaktion und rührt kräftig die Werbetrommel: „Ich freue mich über diese Welle der Solidarität in Eppelheim, der Zusammenhalt macht mich sehr glücklich.“

Jeder neu registrierte Stammzellspender gebe Hoffnung. Die Rathauschefin hat sich bereits selbst registrieren lassen. Susanne Bogner, die Geschäftsführerin des Vereins „Bürger für Leukämie- und Tumorerkrankte“ (Blut e.V.), der den Typisierungstermin durchführt und Robert Karch unterstützt, erläutert die Regularien.

Spender zwischen 17 und 45 Jahren

Prinzipiell kann sich jede Person registrieren lassen, die zwischen 17 und 45 Jahre alt ist, mindestens 50 Kilogramm wiegt, in guter körperlicher Verfassung und gesund ist. Die Registrierung ist schon ab 17 Jahren möglich, die Aktivierung im internationalen Register erfolgt automatisch mit Eintritt der Volljährigkeit. Falls jemand bereits in einer anderen Stammzelldatei erfasst ist, sollte er sich nicht erneut registrieren lassen, da alle Daten im Zentralen Knochenmarkspender-Register zusammen gespeichert werden.

Susanne Bogner wünscht sich möglichst viele Teilnehmer. Die Kosten für die Aufnahme der Spender und für die Bestimmung der Gewebemerkmale sind nämlich immens. 40 Euro fallen für jede Neuregistrierung an. Diese Kosten müssen aus Geldspenden bezahlt werden, weil sie weder von staatlicher Seite noch von den Krankenkassen übernommen werden können.

Zuerst werde in der Familie geschaut, wenn dort kein passender Stammzellenspender gefunden werde, beginne die Suche nach einem fremden Spender, erklärt Susanne Bogner und fordert zur Registrierung auf – entweder bei einer solchen Aktion, durch die Anforderung eines Registrierungssets oder in den permanenten Einrichtungen. Robert Karch und seine Frau Ulrike haben Familie, Freunde, Bekannte und Arbeitskollegen auf die Aktion aufmerksam gemacht. Vereine und Firmen machen mit. Jede weitere Unterstützung ist willkommen. Auf der Homepage von „Blut e.V.“ können Spenden getätigt werden, denn jede Geldspende zählt und rettet Leben. Das Organisationsteam um Dieter Schmitt hat Plakate geklebt und Flyer verteilt. Daneben werden die Helfer für den nächsten Sonntag noch das Café „Blutplättchen“ einrichten, in dem es Kaffee und Kuchen gibt.

In Solidarität zusammenstehen

Der Name für das Café im ehemaligen Belcanto, das nur am nächsten Sonntag zur finanziellen Unterstützung der Aktion öffnet und auf jede Menge Besucher hofft, ist eine Idee von Bürgermeisterin Patricia Rebmann. Sie appelliert noch einmal, in Solidarität zusammenzustehen und mit Robert Karch zu kämpfen: „Hier ist niemand allein, wir wollen uns umeinander kümmern.“

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