Brühl

Jugendkunstschule Andrea Tewes leitet Kurs für Bildhauerei / Teilnehmerin Tamina mag ihre Lana in Schwarz-Weiß-Optik

Königsklasse der Kunst erobert

Brühl.Ein großer weißer Block aus Gasbeton. Das war in den vergangenen Tagen das Arbeitsmaterial von sieben Kindern im Alter von acht bis dreizehn Jahren. Ihre Aufgabe bestand darin, aus dem Rohmaterial Köpfe zu kreieren. Zu Beginn musste jeder Teilnehmer zunächst ein Gesicht mit den entsprechenden Proportionen erarbeiten. „Wenn wir uns gegenseitig anschauen, wird der Anschein erweckt, dass die Augen sehr hoch im Gesicht platziert sind. Dass das nicht der Fall ist, kommt erst bei der genauen Betrachtung des kompletten Kopfes zum Vorschein“, erklärt die Leiterin der Jugendkunstschule, Andrea Tewes.

Auch im nächsten Schritt hatten die Kinder eine große Hürde zu nehmen. Die Vorlagen mussten zu einem dreidimensionalen Kunstwerk werden.

Große Liebe zum Detail

Luis (13) aus Brühl hat schon mehrere Kurse der Jugendkunstschule besucht und vergleicht: „Als ich das letzte Mal hier war, haben wir eine Coladose und einen Schriftzug gebaut. Der Kopf war von allen Sachen mit Abstand das schwierigste. Hier sind Form und Details stärker zu beachten als bei den anderen Dingen.“

Das bestätigt auch Tewes am Ende des Programms: „Am Montag hatte ich noch Zweifel, ob das nicht zu schwierig ist für die Kinder. Wir haben uns dann ganz langsam, Schritt für Schritt vorgearbeitet und die Ergebnisse sind spitze. Die Kinder haben eine unglaubliche Leistung vollbracht.“ Laura ist mit acht Jahren die Jüngste der Gruppe und begeistert über ihren eigenen Lernerfolg. „Am Anfang war das echt schwierig, weil die meisten das ja noch nie gemacht hatten. Durch die Übung wurde es von Tag zu Tag besser und wir konnten auch die Feinheiten am Ende gut rausarbeiten. Diese Tätigkeit erfordert allerdings hohe Konzentration, denn was erst einmal ab ist, ist ab. Ich hatte mir vorgenommen, mich selbst darzustellen. Wenn ich mir den Kopf jetzt so betrachte, denke ich, es ist ganz gut gelungen.“

Die freischaffende Künstlerin Tewes erklärt, warum ausgerechnet Ytong eingesetzt wurde: „Das ist ein Porenbetonstein, der leicht zu bearbeiten ist, also der perfekte Einstieg in die Bildhauerei. Der zweite Vorteil ist seine Leichtigkeit. Ich arbeite mit Kindern und muss darauf achten, dass diese ihre Kunstwerke auch locker hochheben und am Ende auch präsentieren können.“

Lana ist moderne Kunst

Nicht jeder der kleinen Künstler wusste von Anfang an, was genau als Endprodukt rauskommen soll. So auch Tamina (12) die auf moderne Kunst steht: „Ich habe einfach mal drauflos gesägt. Jetzt ist es ein Mädchen geworden und ich habe sie Lana genannt. Manche machen an ihren Figuren die Pupillen farbig, das finde ich nicht schön. Ich mag moderne Schwarz-Weiß-Kunst lieber. Die Woche war sehr schön, wir haben vieles gelernt. Am schwierigsten fand ich, die Augen inklusive den verschiedenen Schattierungen zu schaffen.“

Die gute Stimmung schlägt sich auch bei Tewes nieder. Sie ist begeistert von der Gruppe. „Ich hatte noch nie eine Mannschaft, die so toll zusammengearbeitet hat. Es wurde geholfen und auf jeden Rücksicht genommen. Sogar beim täglichen Auf- und Abbau.“ Ein schöner Einblick in die, wie es Tewes beschreibt, „Königsklasse der Kunst“. Oder wie es Luis ausdrücken würde: „Ein perfekter Abschluss für die Ferien.“

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