AdUnit Billboard
Ausstellung - Schau zum Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“

Würzburger Schrein in Köln zu sehen

Von 
dpa
Lesedauer: 

Würzburg/Köln. Ein kunstvoll gearbeiteter Tora-Schrein aus der Rokokozeit – mit brutal zerschlagenen Türen. In diesem Ausstellungsstück spiegelt sich die ganze Ambivalenz jüdischen Lebens in Deutschland. Einerseits ist der Schrein mit seinen verspielten Verzierungen immer noch ein Schmuckstück, er zeugt vom Beitrag jüdischer Bürgerinnen und Bürger zur deutschen Kultur und Geschichte.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Die Beschädigungen stammen von den Novemberpogromen des Jahres 1938, als SA-und SS-Männer in die Kleine Synagoge von Würzburg eindrangen, auf den Schrein einschlugen und die Tora-Rollen anzündeten.

Der Schrein steht derzeit in einer großen Ausstellung zum Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ im Kölner Museum Kolumba. Köln ist insofern der perfekte Ort für die Ausstellung, als das ganze Jubiläum mit dieser Stadt verknüpft ist: Im Jahr 321 erlaubte der römische Kaiser Konstantin in einem Dekret die Berufung von Juden in den Kölner Stadtrat.

Weil dieses Dekret erhalten ist, weiß man, dass in Köln damals schon eine jüdische Gemeinde existierte. Es ist damit die älteste nördlich der Alpen.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Die Urkunde mit dem Dekret ist ebenfalls ausgestellt. Die Vatikanische Bibliothek hat sie ausgeliehen, was – so heißt es zumindest – so gut wie nie vorkommt.

Allerdings muss man sich beeilen, wenn man die schnörkeligen Buchstaben auf vergilbtem Untergrund sehen will: Das Dekret bleibt nur bis zum 11. Oktober, wohingegen die Ausstellung fast ein ganzes Jahr zu sehen sein wird, bis Mitte August nächsten Jahres. dpa

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1