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Wohnen - Ein Ziel, zwei Strategien: Gemeinsames Konzept von Stadt und Landkreis Würzburg wird konkreter / Vorstellung der Empfehlungen noch im ersten Halbjahr 2022 im Kreistag und Stadtrat

Würzburg: „Wohnungsmarkt endet nicht an Stadtgrenze”

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pm
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Attraktiv und begehrt: Die Nachfrage nach Wohnraum in Würzburg wächst, doch das Angebot ist knapp.

Würzburg. Der Wohnungsmarkt in der Stadt und Teilen des Landkreises Würzburg ist seit Jahren angespannt. Die Nachfrage wächst, gleichzeitig ist das Angebot knapp. Steigende Mieten und hohe Kaufpreise für Immobilien sind das Ergebnis. Und eine Entspannung der Situation ist ohne gezieltes Handeln nicht in Sicht.

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Dessen ist sich der Geograf Tobias Jacobs vom Leipziger Beratungsbüro Timourou sicher. Beauftragt von Stadtverwaltung und Landratsamt, hat er in der vergangenen Sitzung des Interkommunalen Ausschusses für Stadt und Landkreis Würzburg Einblicke in die Ergebnisse des gemeinsamen „Handlungskonzepts Wohnen“ gewährt und erstmals konkrete mögliche Handlungsfelder präsentiert.

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Zur Erinnerung: Im Juli 2020 hatte der interkommunale Ausschuss eine gemeinsame Aktualisierung und Fortschreibung des Handlungskonzeptes Wohnen der Stadt unter Berücksichtigung der Entwicklung und Bedürfnisse im Landkreis Würzburg befürwortet. Bei einer Ausschreibung hatten die Wohnungsmarkt-Berater von Timourou den Zuschlag erhalten und seitdem zusammen mit dem Fachbereich Stadtplanung der Universitätsstadt und der Kreisentwicklung am Landratsamt Würzburg ein Konzept erarbeitet.

„Viele Themen wie Klimaschutz, Mobilität, Arbeiten aber eben auch Wohnen stehen auf unserer gemeinsamen, interkommunalen Agenda“, betonen Landrat und Oberbürgermeister.

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Tobias Jacobs zeigte den IKA-Mitgliedern zunächst, wo die Reise in den kommenden Jahren hingeht: Insgesamt gehe er von einer weiter wachsenden Nachfrage am Wohnungsmarkt aus. Stadt und Landkreis seien in den vergangenen sechs Jahren um jeweils gut 3500 Einwohner gewachsen. Aufgrund der angespannten Lage im Stadtgebiet sei dabei zugleich eine Abwanderung in den Landkreis zu beobachten.

Dass sich Stadt und Landkreis nun um einen gemeinsamen Weg am Wohnungsmarkt bemühen, sei „ein besonderes Format“, befand der Experte, „aber auch logisch“.

Jacobs schlug daher vor, ein gemeinsames Ziel zu vereinbaren und dafür eine jeweils passgenaue Strategie für Stadt und Kreisverwaltung auszuarbeiten.

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1200 neue Wohnungen bis 2025

Tatsächlich liegen derzeit bereits Entwürfe bei den jeweiligen Ämtern vor. In der Stadtplanung wird ganz konkret etwa um die kurzfristige Schaffung von 1200 Wohnungen bis 2025 anvisiert, rund 500 zusätzliche mietpreisgebunden.

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Doch geht es bei alledem längst nicht mehr nur um die Menge, sondern auch um die Art der Wohnungen. Im Landkreis etwa sollen künftig auch neue Wohnformen und der Geschosswohnungsbau stärker in den Fokus genommen werden. Anhand von Typisierungen der Wohnmärkte sollen unterschiedliche Handlungsstrategien sogar bis auf die Ebene der einzelnen Kommunen oder der interkommunalen Allianzen heruntergebrochen werden.

Eines der Hauptziele sei, so der Wohnungsmarkt-Forscher, die Wohnungsmärkte in Stadt und Landkreis Würzburg zu entspannen und damit den Mietpreisanstieg zu bremsen. Dafür gelte es, preiswerten Wohnraum zu schaffen und, wo bereits vorhanden, zu erhalten. Außerdem sollten die Wohnumfelder in den kommenden Jahren auch noch mehr seniorengerecht angepasst werden und auf eine bessere soziale Mischung geachtet werden. Verschiedene Formen an altersgerechten Wohnungen würden in den kommenden Jahren vor allem im Landkreis an Bedeutung gewinnen. Langfristig sollen laut Jacobs „kompakter gebaute Alternativen“ zum Einfamilienhaus und ein sparsamer Flächenverbrauch angestrebt werden. „Die Stadt Würzburg hat nur ein begrenztes Neubaupotenzial von Einfamilienhäusern, wie auch die Studie des Büros Timourou für die kurz- und mittelfristige Zukunft belegt, die die relevanten Wohnungsmarktdaten und die Ergebnisse der Wohnungsmarktprognose 2035 zusammenfasst“, betont Oberbürgermeister Christian Schuchardt. „Auch bei Mehrfamilienhäusern sind kurzfristige Neubauten weiterhin nötig. Trotz aller Bautätigkeit ist und bleibt der städtische Wohnungsmarkt angespannt. Dies führt zu weiterer Suburbanisierung wie Einpendlung. Der Wohnungsmarkt endet also nicht an der Grenze der Stadt. Daher macht es Sinn, auch das Thema Wohnen gemeinsam mit dem Landkreis anzugehen, um gemeinsame Lösungen zu entwickeln.“

Zusammenarbeit sehr wichtig

„Singlewohnungen für junge und ältere Menschen, Wohnraum im Alter, WGs für alle Generationen, Nachverdichtung, Innenentwicklung, bezahlbarer Wohnraum, energieeffizientes Wohnen und viele andere Stichworte müssen bearbeitet werden, um den Bedarf an Wohnungen für die unterschiedlichen Bedürfnisse der Bevölkerung zu decken. Daher ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis, den Landkreisgemeinden und der Stadt Würzburg so wichtig“, so Landrat Thomas Eberth.

Der Ausschuss stadt.land.wü. empfahl einstimmig, die Zielsetzung und Handlungsansätze gemeinsam anzugehen. Eine Vorstellung der Ergebnisse und Empfehlungen für das Handlungskonzept soll noch im ersten Halbjahr 2022 Stadtrat und Kreistag vorgelegt werden. pm

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