AdUnit Billboard
Hoher Therapiebedarf - Zugang zu Kindern und Jugendlichen finden

Uni Würzburg: Neubau für Deutsches Zentrum für Präventionsforschung Psychische Gesundheit

Von 
uni
Lesedauer: 
© Karl-Josef Hildenbrand

Würzburg. Vor knapp zwei Jahren hat das Deutsche Zentrum für Präventionsforschung Psychische Gesundheit an der Universität Würzburg die Arbeit aufgenommen. Ein Neubau soll den Forschungsteams schon bald optimale Bedingungen bieten.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Schon vor der Corona-Pandemie waren Kinder und Jugendliche in Deutschland in einem erschreckend hohen Ausmaß von psychischen Erkrankungen betroffen: Jedes fünfte Kind zeige Symptome von psychischen Erkrankungen und jedes zehnte Kind benötigt therapeutische Hilfe, so eine repräsentative Studie des Robert-Koch-Instituts aus dem Jahr 2019.

In der Corona-Pandemie hat sich die Situation nochmals verschlechtert. Fast jedes dritte Kind weise nun psychische Auffälligkeiten auf, lautet das Ergebnis einer Untersuchung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, die Anfang 2021 veröffentlicht wurde. Wiederholte Lockdowns, fehlende soziale Kontakte und Homeschooling hätten dazu geführt, dass sich Kinder und Jugendliche in Deutschland erheblich belastet fühlen und vermehrt unter psychischen Problemen sowie unter psychosomatischen Beschwerden leiden.

Mehr zum Thema

Die wichtigsten News des Tages

FN Mittags Newsletter - Jetzt anmelden!

Mehr erfahren

Durch den Einsatz von Präventions- und Interventionsangeboten müsse verhindert werden, dass sich bei ihnen „subklinische psychische Probleme zu manifesten psychischen Störungen entwickeln“, lautet deshalb die Forderung. Genau das ist das Ziel des Deutschen Zentrums für Präventionsforschung Psychische Gesundheit (DZPP), das Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diverser Fachgebiete Ende 2019 an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) gegründet haben und das inzwischen in gemeinsamen Trägerschaft von JMU und Universitätsklinikum Würzburg betrieben wird. Jetzt hat das Zentrum einen wichtigen Schritt getan: Auf dem Campus Hubland Nord haben die Arbeiten für den Neubau begonnen, in dem das DZPP in gut einem Jahr unterkommen wird.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Zu finden ist das Gebäude auf einem Baufeld am Matthias-Lexer-Weg, das vom Zentrum für Sprachen und dem Kinder- und Familienzentrum der Universität sowie einem ebenfalls im Bau befindlichen Studentenwohnheim umrahmt wird. In dem dreigeschossigen Neubau erhält das DZPP eine Nutzfläche von rund 230 Quadratmetern.

Rund drei Millionen Euro werden die Kosten für das gesamte Gebäude betragen. Für den Anteil des DZPP hat der Würzburger Förderverein Menschenskinder eine Million Euro zur Verfügung gestellt. Voraussichtlich Anfang 2023 werden die zukünftigen Nutzerinnen und Nutzer ihre Räume beziehen können.

„Das Zentrum verfolgt das Ziel, Präventionsprogramme zur Verringerung psychischer Erkrankungen zu entwickeln, ihre Effektivität zu evaluieren und sie in der Fläche verfügbar zu machen“, erklärt Professor Marcel Romanos, Leiter des DZPP und Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Würzburg. Zudem berate das DZPP Betroffene, Familienangehörige, Schulen und andere Institutionen und bilde somit ein Scharnier zwischen Grundlagenforschung und Versorgungsstrukturen.

Der Neubau biete den beteiligten Wissenschaftlern die Möglichkeit, in interdisziplinären Arbeitsgruppen Programme zu entwickeln und zu erproben. Bereits jetzt existieren viele Aktivitäten im Bereich der Präventionsforschung am Standort Würzburg, die aber noch weit verstreut und räumlich getrennt sind über die verschiedenen Fächer, Institute und Kliniken. Durch das neue Gebäude kann die Expertise aus den verschiedenen Bereichen gesammelt und zusammengeführt werden.

AdUnit Mobile_Pos4
AdUnit Content_3

„Dies ist insbesondere wichtig, weil im Bereich der Prävention psychischer Störungen nicht nur psychiatrisches oder psychotherapeutisches Verständnis gefragt ist, sondern auch zentral ist, wie der Zugang zu den Kindern, Jugendlichen oder jungen Erwachsenen erfolgt, ob dies in der Schule, beim Kinder- oder Hausarzt erfolgt oder ob Online-Intervention, Apps auf dem Smartphone oder gar Virtuelle Realität zum Einsatz kommen“, sagt Romanos.

Das Interessante und Spannende an dem Thema Prävention ist laut Marcel Romanos seinen Worten nach, „dass die verschiedensten Expertinnen und Experten dazu beitragen und nur in der gemeinsamen Arbeit, sinnvolle, wirksame und umsetzbare Konzepte entstehen können.“ uni

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1