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Leserbrief - Zum Abzug der Truppen und zur aktuellen Lage Taliban in Afghanistan nicht zu besiegen

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Die USA und einige ihrer westlichen Verbündeten waren der guten Meinung, dass in Afghanistan eine neue Regierung mit demokratischen Werten eine Existenzchance habe. Es wurden viele Milliarden Dollar und Euro in die Infrastruktur dieses Landes investiert, afghanische Streitkräfte mit Waffen und Ausbildern unterstützt, damit sie sich irgendwann selbstständig gegen die immer wieder mit militant-islamistischen Terroranschlägen agierenden Taliban schützen können. Die Taliban waren auch die Keimzelle für die Al Kaida, deren Anführer Osama bin Laden für den Anschlag auf das World Trade Center im September 2001 verantwortlich war. Nun aber versagten die afghanischen Streitkräfte, indem sie in den letzten Wochen den Taliban eine Vielzahl an Provinzhauptstädten kampflos einnehmen ließen. Und der Ex-Präsident Aschraf Ghani floh gar in die Vereinigten Arabischen Emirate, obwohl er tags zuvor noch dem US-Außenminister Blinken versicherte, er werde „bis in den Tod kämpfen“.

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Außer dem unendlichen Leid, das nun wohl auf die afghanische Bevölkerung zukommt, kann man folgendes Fazit ziehen: Es ist nahezu unmöglich, einen Krieg in Afghanistan gegen die Taliban zu gewinnen. Diese Erfahrung musste 1979 bis 1989 auch die Sowjetunion machen, als sie vergebens versuchte, die militärische Kontrolle über Afghanistan zu erringen, um den Aufstand der „Gotteskrieger“ gegen das kommunistische System niederzuschlagen.

Etwa 120 000 Sowjets und 1,2 Millionen Afghanen wurden nach westlichen Schätzungen getötet, ehe die Sowjets 1989 den Rückzug antraten.

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