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Mainfranken Theater Würzburg - Zweites Sinfoniekonzert des Philharmonisches Orchesters im Saal der Musikschule

Sinfoniekonzert im Mainfranken Theater: Kompromisslos puristisch

Von 
Dr. Klaus Linsenmeyer
Lesedauer: 

Von Dr. Klaus Linsenmeyer

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Das zweite Sinfoniekonzert des Mainfranken Theaters Würzburg im Saal der Musikhochschule war sehr gut besucht. Wegen des reduzierten Konzertangebots zu Zeiten von Corona ist der Hunger nach kulturellen Ereignissen besonders groß.

Mit Johann Sebastian Bachs Ricercar aus dem „Musikalischen Opfer“ begann das Konzert. Das Philharmonische Orchester Würzburg spielte unter dem Dirigenten Daniel Huppert. In der Bearbeitung Anton Weberns wirkt der Orchestersatz des Ricercar (ursprünglich für Cembalo geschrieben) farbig durch die Verwendung von Dämpfern, Pizzicato, Streichersoli und motivischem Wechselspiel. Huppert hob die differenzierten Dynamik-und Tempoanweisungen dieser Bearbeitung wir-kungsvoll hervor und zeigte Weberns sehr persönlichen Gestaltungswillen.

Dmitri Schostakowitsch und sein Konzert für Klavier, Trompete und Streichorchester in c-Moll op.35 zwingt dem Hörer kaum unschöne Töne auf, keine das Gehör verstörende Akkordverbindungen. Bernd Glemser am Klavier gelang die Wiedergabe zu einem virtuosen Kunstwerk, wohingegen der Trompeter Johannes Maurer, der in der hintersten Reihe an die Wand gesetzt war, nur wenige Töne aus seinem Instrument einzustreuen hatte. Hier konnte sich Glemser ganz dem genialen Mix aus russischer Romantik, Neoklassik und verschiedenen musikalischen Richtungen hingeben. Dieses Klavierkonzert ist eigenartig, nach des Komponisten persönlichen Worten eine „spöttische Herausforderung an den konservativ-seriösen Charakter des klassischen Konzert-Gestus.“ Die Ausführung dieser Komposition machte viel Komisches und Unterhaltsames frei. Die Fülle musikalischer Gedanken und Einfälle fügte der Komponist zu einem bunten und faszinierenden Kaleidoskop.

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Er kokettiert mit Themenansätzen von Beethoven (zu Beginn erklingt das Zitat aus der Klaviersonate „Appassionata“), lässt Virtuosität á la Liszt aufblitzen, erweckt romantische Emotionen. Beim Schlussspurt knallten Solist und Orchester mit wildestem Akkordprasseln eine irrwitzige Varieté-Show in den Konzertsaal. Trotz der Fülle unterschiedlicher musikalischer Episoden wirkt das Konzert weder chaotisch noch überfrachtet.

Beethovens 3. Sinfonie „Eroica“ beschloss den Abend, der unter dem Motto „Welt-Wahrheit-Wirklichkeit“ stand. Daniel Huppert dirigierte diese Sinfonie kompromisslos puristisch, nämlich fokussiert auf den heroischen Charakter der Komposition. Die Wiedergabe hörte das Wesentliche und Mögliche beeindruckend heraus.

Das Spektrum reichte vom beschwingten Klang der Streicher über ein majestätisch frisch auftrumpfendes Zusammenspiel bis hin zu dynamischer Kraft und Tiefe. Starker Applaus.

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