AdUnit Billboard
„Highlights der Physik“ - Grandiose Würzburger Philharmoniker geben Metan Tolans Berechnungen die richtige Würze

Ohne Musik wirkt James Bond blutleer

Von 
Felix Röttger
Lesedauer: 
Umschmeichelt von Streicherklängen: Judith Jandl. © Felix Röttger

Würzburg. Ohne bildgewaltige Actionszenen mit waghalsigen Stunts, aufregenden Verfolgungsjagden und heißen Liebesszenen kommt kein James-Bond-Film aus. Diese Erkenntnis ist nicht neu, wurde aber zum Abschluss des einwöchigen Würzburger Wissenschaftsfestivals „Highlights der Physik“ in der vor allem von Studierenden gut besuchten s.Oliver Arena eindrucksvoll bestätigt.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Physikalische Einblicke in Stunts

Während gerade in Würzburg der neue Bond-Film „Keine Zeit zum Sterben“ mit Überlänge angelaufen war, gab es auf der großen Leinwand in der Halle nur Ausschnitte aus Bond-Streifen zu sehen. Und dies aus einem besonderen Grund. Denn der Experimentalphysiker Prof. Metan Tolan analysierte und kommentierte fachkundig die Szenen, in denen der Superagent scheinbar übermenschliche Herausforderungen meistert.

Scheitern ist für den Doppel-Null-Agenten ein Fremdwort. Überzeugend rechnete Tolan zum Beispiel nach, unter welchen Voraussetzungen Bond einem führerlos in den Abgrund stürzenden Flugzeug hinterherspringen und es besteigen kann. Ein Filmausschnitt zeigte den kaltblütigen Pierce Brosnan im Film „Golden Eye“ bei diesem Stunt, der dem Moderator Tolan uneingeschränkt Respekt einflößte. Schließlich habe der Geheimagent bei der Verfolgung des Flugzeugs mit dem Motorrad bis zum Klippenrand nahezu genau die Geschwindigkeit des Flugzeugs schätzen und ebenso exakt seine eigene Fahrt vor dem freien Fall verlangsamen müssen.

Ein weiteres Kriterium sei der Luftwiderstand, denn Bonds Körper müsse vom Supertüftler Q so präpariert worden sein, dass er 14-mal so windschlüpfrig war wie das Flugzeug. Nur so konnte es klappen.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Tolan verriet dann, warum James Bond immer einen Martini „geschüttelt, nicht gerührt“ verlangt. Dazu zeigte der Wissenschaftler ein von ihm durchgeführtes Experiment, mit dem er demonstrierte, dass die Moleküle, die für den Geschmack verantwortlich sind, nur beim Schütteln nach oben steigen. Und genau darauf kommt es dem stets geforderten Geheimagenten an.

„Geschüttelt, nicht gerührt“ ist auch der Titel eines von den Professoren Tolan und Stolze herausgegebenen Buches über den unvergleichlichen Agenten und seine Tricks, die im Grunde angewandte Physik sind.

Übermächtig nur mit Musik

Nachvollziehbar war Tolans Ansicht über den „wahren Star“ des mit „James Bond im Visier der Musik“ betitelten Events: GMD Enrico Calesso und seine Philharmoniker, die in voller Besetzung ungeahnte Qualitäten als Filmorchester unter Beweis stellten. Da konnten sich die bisherigen sechs Bond-Darsteller noch so attraktiv als Gruppenfoto in Szene setzen. Zum Gänsehaut-Auftakt erklang das „Bond-Thema“. Von Monty Norman komponiert, wurde es zur Erkennungsmelodie aller Bond-Streifen. Immensen Beifall gab es vom jungen Publikum für Enrico Calesso und seine hellwachen Musiker, die mit der österreichischen Sängerin Judith Jandl, seit letztem Jahr Mitglied des Musical-Ensembles am Landestheater Linz, den fulminanten Titelsong aus „Goldfinger“ darboten; Shirley Bassey hatte so großen Erfolg, dass sie noch zwei weitere Agententhriller mit ihrer tiefgründigen Soulstimme bereicherte.

Packende Soundtracks

Es war schon immer eine große Ehre, die Filmmusik eines Bond-Films komponieren zu dürfen. Durchgängig sind es anspruchsvolle Kompositionen. Es folgte ein Titel aus „Thunderball“, der die große musikalische Bandbreite zu Gehör brachte, mit der die jeweilige Handlung passend untermalt wurde. Die halsbrecherische Flucht des Doppel-Null-Agenten auf Skiern, gespielt von George Lazenby, im sechsten Film der Bond-Reihe „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ konnte man bei dem Soundtrack mit einem intensiven Trompetensolo gut nachempfinden.

AdUnit Mobile_Pos4
AdUnit Content_3

Judith Jandl interpretierte mit viel Verve „For your eyes only“ des Komponisten Bill Conti aus dem gleichnamigen zwölften Bond-Film und den im Film „Lizenz zum Töten“ von Gladys Knight gesungenen Titelsong des Komponisten Narada Michael Walden. Vor allem bei Liebesszenen hatten die Streicher ihre großen Auftritte. Eine Erkenntnis des Abends: Ohne die gefühlvolle und emotional packende Musik wirken die Hauptdarsteller in den Filmen eher blutleer. Zum Abschluss des Abends durfte der von Judith Jandl voller Inbrunst gesungene Titelsong „Skyfall“ aus dem gleichnamigen Film mit Adele als Interpretin nicht fehlen.

Für die Auto-Freaks hatte Metan Tolan noch einen Leckerbissen zu bieten. Der von Daniel Craig gesteuerte Aston Martin im Film „Casino Royale“ hält mit sieben Überschlägen den im Guiness-Buch eingetragenen Weltrekord. Der Moderator verriet, dass dies nur möglich wurde, indem eine Rampe gebaut wurde und zusätzlich eine Luftdruckkanone zum Einsatz kam.

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1