Ortsjubiläum - Die kleine fränkische Gemeinde Castell feiert am ersten Juni-Wochenende mit buntem Programm Mittelalterlicher Markt zum Geburtstag

Von 
Eva-Maria Lechner
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Ritter, Gaukler und Marktleute haben sich zum Jubiläumsfest 1200 Jahre Castell am ersten Juni-Wochenende in der kleinen fränkischen Gemeinde angekündigt.

© Timo Lechner

Die Gemeinde Castell feiert 1200 Jahre - und um das gemeine Volk daran teilhaben zu lassen, veranstaltet die Gemeinde am ersten Juni-Wochenende ein großes Fest mit Markt und einem Ritterturnier.

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Castell. Der Ort Castell wurde erstmals 816 urkundlich in der Stiftungsurkunde des späteren Klosters Münsterschwarzach erwähnt. Im Vorland des Steigerwalds findet man dieses kleine Dorf, das mit Ortsteilen rund 800 Einwohner zählt und so gewöhnlich wie die zahlreichen Ortschaften außen herum sein würde, wäre da nicht noch die lange Geschichte rund um das alte Adelsgeschlecht, das seit 1205 den Grafentitel führt und jahrhundertelang dafür sorgte, dass der Name Castell in die Welt hinausgetragen wurde. Noch heute sind die Spuren dieser Tradition in dem ländlich geprägten Dorf allerorts zu sehen.

Das prunkvolle Schloss der Fürsten zu Castell-Castell bildet mit seinem romantischen Garten den Mittelpunkt Castells, um den herum sich im Lauf der Jahre alles entwickelt hat. Hier sieht man noch den klassischen Aufbau einer altfränkischen Ortschaft mit den Relikten alter Baukunst und den kleinen Gassen und Häusern. Anders als in vergleichbaren Dörfern sind nur die großen Gebäude, in denen einst die Beamten und höheren Herren des Fürstenhauses gewohnt haben.

Die Kirche thront hoch über Castell in direkter Nachbarschaft der Weinberge. Erstmals urkundlich erwähnt wurde an derselben Stelle eine Kirche im Jahr 1266. Im Jahr 1783 wurde dieses baufällig gewordene Haus abgebrochen und mit dem Neubau begonnen. Der war 1788, als die neue Kirche geweiht wurde, zwar noch nicht fertig und sollte sich bis 1792 hinziehen.

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Begonnen wird am Freitag, 3. Juni um 18 Uhr im Schlossgarten in Castell. Dort erwartet das staunende Fußvolk ein mittelalterlicher Markt, auf dem Lederwaren, Holzmöbel, Glasgravuren, mittelalterliche Waffen, Gewandungen und vieles mehr begutachtet und käuflich erworben werden können. Gerne fachsimpeln die Marktleute dann auch über ihr Handwerk. Außerdem zeigen einige Künstler ihr Können am Boden und edle Jagdvögel in der Luft. Musik und Gauklerei sorgt für Kurzweil.

Von Weinbergen ist der Ort im wahrsten Sinne des Wortes eingerahmt. Hier wurde vor genau 350 Jahren zum ersten Mal die typisch fränkische Rebsorte Silvaner gepflanzt

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Am darauf folgenden Samstag und Sonntag ab 11 Uhr auch die Freunde spannender ritterlicher Turniere auf ihre Kosten: Das von Sabine Schnurrer geschriebene, besonders kinderfreundliche, spannende und lustige Ritterturnier "Prinzessin Berta und die 7 Räuber" wird von einigen Mitspielern der Florian-Geyer-Spiele (ur-)aufgeführt und dürfte nicht nur bei den Knappen und Prinzessinnen für Staunen sorgen.

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Samstag und Sonntag zeigen Jung und Alt aus Castell mit ihrem Wandertheater einen Streifzug durch die Zeit. Treffpunkt ist an der Kirche. Außerdem können die Gäste am Sonntag die Moritaten aus Großlangheim bestaunen.

Für das kleine Fußvolk gibt es an beiden Tagen jede Menge Belustigung und Aktivitäten. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Gegen 22 Uhr am Freitag und Samstag und 18 Uhr am Sonntag klingt das bunte Markttreiben dann aus.