Leserbrief - Zu „Schockierend, wie naiv die Diskussionen sind“ (FN, 3. Februar) „Ich wünsche mir mehr Klarheit“

Von 
Anna-Maria Witte
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Endlich Klartext. Was Herr Hettich so deutlich sagt, ist bemerkenswert. Ich begrüße es sehr und frage mich schon lange, wie groß das Brett vor dem Kopf der EU-Kommission ist. Fehler zugeben? Nein! Strategie? Nein! Tatsache ist: Verträge wurden zu spät abgeschlossen, es gab nur Absichtserklärungen. Welche Firma lässt sich auf Absichtserklärungen ein? mRNA-Impfstoff zu teuer – man wollte abwarten. Der Stoff von AstraZeneca ist ein Vectorimpfstoff, altbekannt und günstig. Er war eigentlich für die ärmeren Länder gedacht. Geht man davon aus, dass die Menschen dort kaum über 80 Jahre alt werden? Sie sterben vorher an Hunger, Lepra, Malaria, HIV usw., da könnte eine 70-Prozent-Wirkung ausreichen? Ich meine, wir hier in Deutschland sind recht überheblich. Es war schon vor Corona vieles im Argen, etwa Bildungspolitik, Digitalisierung, Gesundheitssystem. Da wurde kaputtgespart. Die Wissenschaftler haben schon 2012 gewarnt und Pandemiepläne erstellt. Länder und Kommunen haben sie nicht bearbeitet und umgesetzt. Wie so vieles nicht umgesetzt wird und in der Schublade liegt. Man dachte, das kommt schon nicht zu uns und wenn, dann trifft es uns nicht sehr. Lernen wir daraus? Wird endlich in Gesundheitssystem, Bildung und Umwelt investiert? Oder machen wir weiter so? Ich wünsche mir mehr Klarheit, Tun und Handeln muss Hand und Fuß haben. Und dass die Diskussionen um den heißen Brei aufhören. Eine Impfpflicht brauchen wir nicht. Sie wird durch die Hintertür kommen, denn jeder, der in Urlaub fliegen will und den Impf-Nachweis braucht, wird sich ohne große Überlegung impfen lassen.