"Zirkus des Horrors" - Tolle Premierenvorstellung mit Zugabe-Rufen und Beifall im Stehen honoriert / Herausragende Akrobatik Grandiose Folterkammer für die Nerven

Von
Diana Seufert
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Mit Zugabe-Rufen feierte das Premierenpublikum am Donnerstag die Vorstellung des "Zirkus des Horrors" auf der Würzburger Talavera. Atemberaubend war die Show auf dem Todesrad.

© Diana Seufert

Würzburg. Nein, für schwache Nerven ist er nichts, der "Zirkus des Horrors". Mit ihrer atemberaubenden Show und ziemlich ungewöhnlichens Acts machen die Artisten noch bis Sonntag, 14. Mai, auf der Würzburger Talavera Station. Mit Standing-Ovations und Zugabe-Rufen feierte das Premierenpublikum am Donnerstag eine mehr als zweistündige grandiose Vorstellung.

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Beim Eintreten in das gelb-rote Zirkuszelt geht's erst mal durch ein Geisterhaus mit Gruselgestalten und Spinnenweben. Jede Menge Zombies und Untote geleiten den Besucher an seinen Platz, und Programmdirektor Nosferatu wünscht einen schaurigen Abend.

Schön-schauriger Abend

Den haben die Zuschauer in dieser Folterkammer für die Nerven auf alle Fälle. Denn die "Inquisition" - so heißt das Programm des seit 2013 bestehenden Zirkus in "Flic-Flac"-Manier - startet mit einem Exorzismus. Blutverschmiert entschwindet Artistin Emily auf das Schwungseil unter die Kuppel. Atemberaubende Luftakrobatik zeigt sie ebenso wie das "Duo Dark Blood" am Strapaten.

Bevor es richtig zur Sache geht, werden die Zuschauer mit einer irrwitzig schnellen Jonglage von Harlekin Cylios, der mit seinen Keulen gerne auch ins Publukim wandert, eingestimmt.

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Und das wird auch von Clown Maleficus, einem Ebenbild von Batmans "Joker", mit einbezogen, wenn Zuschauer Dominik als "Zielscheibe" für den Messerwurf herhalten muss. Schaudern darf man beim Kurzauftritt von John Sylla. Der Mann ohne Knochen kann sich nicht nur in alle Richtungen verbiegen, sondern quetscht sich auch mühelos durch einen alten Tennisschläger. Feurig wird die Show, wenn Camilla ihre brennenden Hula-Hoops durch die Luft wirbeln lässt.

Den Magen dreht einem aber die Darbietung der "Freaks" um. Mit Hammer und Nagel werden Zunge und Nase zu Rammstein-Klängen maltretriert. Blut fließt, wenn sich Mago Denis gleich mehrere Nadeln durch die Wange schiebt, die die Zuschauer wieder herausziehen "dürfen".

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Zum Abschluss bohrt er sich noch einen Akkuschrauber durch die Nase - eine Schönheits-OP der etwas anderen Art. Seine Entfesselung aus der Zwangsjacke, Kopf über in der Luft am brennenden Folterwerkzeug hängend, wirkt da schon fast wie ein Kinderspiel.

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Den Atem hält das Publikum auch an, als Kiminus und Belenus locker leicht durch das und vor allem auf dem "Todesrad" spazieren. Auf dem rotierenden Stahlkonstrukt packen sie munter das Springseil aus und balancieren mit verbundenen Augen, dass einem der Atem stockt.

Einen wahren Kraftakt vollbringt Rene d'Arc mit seiner Handstandequilibristik auf dem Scheiterhaufen, der sich einhändig in schwindelerregende Höhen treibt.

Nach einer kurzen Verschnaufpause mit dem schnellen Tanz im "Cyr Wheel", eine Art Riesenrad für Geister, sorgen die Freefighters auf ihren Motorrädern mit einer gewagten Stunt-Show für einen weiteren "Wow"-Effekt und staunende Gesichter

. Die Maschinen donnern über die Rampe in die Luft und die Fahrer vollführen im Flug noch Kunstsücke. Der spektakuläre Abschluss einer hervorragenden Horror-Inszenierung, die das Publikum mit Bravo- und Zugabe-Rufen begeistert quittiert hat.

Redaktion Hauptsächlich für die Lokalausgabe Tauberbischofsheim im Einsatz