Umfrage bei Unternehmen Ein Drittel in ihrer Existenz gefährdet?

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Würzburg. Das Stadtmarketing „Würzburg macht Spaß“ hat zwischen dem 3. und 17. September eine anonyme Umfrage unter den Würzburger Unternehmen veranstaltet, um zu erfahren, wie sich das Stimmungsbild und die Geschäftslage zur Zeit darstellt. 112 Unternehmen haben teilgenommen, davon sind 70 Prozent in der Innenstadt ansässig (PLZ 97070) und 39 Prozent aus dem Handel. Die Auswertung liegt nun vor: nachfolgend sind die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst. Wie die Verantwortlichen von „Würzburg macht Spaß“ mitteilen, ist die Umfrage nicht repräsentativ, gebe aber dennoch einen deutlichen Aufschluss über die aktuelle Situation.

Schwere Verluste

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So hatten 45 Prozent der befragten Unternehmen während der Phase des Lockdowns überhaupt keinen Umsatz zu verzeichnen. Hierdurch bedingt, aber auch durch die gesunkenen Kundenfrequenzen und das Überschreiten der zulässigen Grenzwerte der Sieben-Tages-Inzidenz haben ein Drittel mit Umsatzeinbußen von über 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu kämpfen.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Selbsteinschätzung der Unternehmer von der Expertenmeinung abweicht, Würzburg könne es vergleichsweise glimpflich durch die Corona-Krise schaffen: 40 Prozent beurteilen ihre Geschäftslage als schlecht oder sehr schlecht, und 35 Prozent fürchten um den Fortbestand ihres Unternehmens. 22 Prozent mussten schon Mitarbeiter entlassen.

Hoffen auf Weihnachtsgeschäft?

„Wir hoffen natürlich, dass es nicht ganz so drastisch kommt und dass sich die auch die eher pessimistisch eingestellten Unternehmen durch das anstehende Weihnachtsgeschäfts wieder berappeln“, sagt Wolfgang Weier, Geschäftsführer des Stadtmarketingvereins „Würzburg macht Spaß“. „Sollte dieses jedoch wegen neuerlicher coronabedingter Einschränkungen oder auch durch die Furcht der Menschen vor einem Innenstadtbesuch schmaler ausfallen oder aufgrund eines zweiten Lockdowns gar ganz ausfallen, dann sehe auch ich zappenduster.“ So oder so rechnet jedoch auch Weier mit coronabedingten Unternehmsaufgaben „von um die zehn bis 15 Prozent.

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Interessant seien auch weitere Aspekte der Stadtmarketing-Umfrage: zum Beispiel haben 45 Prozent der befragten Unternehmen ihre Öffnungszeiten verändert. Von diesen wiederum planen 41 Prozent, die neuen Öffnungszeiten auch in der Zukunft beizubehalten.

Ebenfalls geht aus der Umfrage hervor, ob und welche Unterstützungsleistungen von Bund und Freistaat in Anspruch genommen wurden: jeweils rund 40 Prozent der Teilnehmer haben Soforthilfe erhalten und/oder ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt, jeweils etwa 20 Prozent haben ihre Steuervorauszahlungen reduziert, Steuerstundungen in Anspruch genommen und/oder mit ihren Vermietern über eine Reduzierung von Miete oder Pacht verhandelt.

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Überwiegend positiv bewertet wurden dagegen die lokalen Unterstützungsmaßnahmen der Stadt Würzburg, des Stadtmarketing „Würzburg macht Spaß“, der Medien und weiterer Akteure wie IHK, Handelsverband oder auch privater Initiativen.

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„Das ist, wenn überhaupt, das einzig Gute, was ich der Corona-Pandemie abgewinnen kann“, meint Wolfgang Weier. „Wenn es dieses kleine perfide Virus geschafft hat, die Akteure und die Unternehmer in Würzburg enger zusammenzuschweißen, wenn es daneben über unsere gemeinsamen Aktionen den Unternehmen die Notwendigkeit der digitalen Sichtbarkeit und Erreichbarkeit aufgezeigt hat und wenn wir beides – das neue Wir-Gefühl und die digitalen Möglichkeiten – auch in die Zeit nach Corona überführen können, dann hat Würzburg für die Zukunft viel gewonnen.“