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Bilanzpressekonferenz - Zweistelliges Wachstum von 18,4 Prozent / Innovationszentrum wird im September 2022 eröffnet

Würth-Gruppe meldet durchweg neue Höchstwerte

Von 
Werner Palmert
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Eröffnung im September: Das neue Innovationszentrum am Firmenstammsitz der Würth-Gruppe in Künzelsau-Gaisbach wird am 28. September eröffnet. Die Gesamtkosten für das Projekt liegen bei 75 Millionen Euro. © Werner Palmert

Künzelsau/Schwäbisch Hall. Durchweg neue Höchstwerte für das Geschäftsjahr 2021 veröffentlichte die Würth-Gruppe auf der Bilanz-Pressekonferenz. Dies gilt sowohl für Umsatz und Betriebsergebnis als auch für die Investitionen in Forschung und Entwicklung. Der Umsatz wuchs auf 17,1 Milliarden Euro und das Betriebsergebnis erreichte mit 1,3 Milliarden Euro ebenfalls eine neue Rekordmarke. Im Ergebnis liegt das Wachstum bei 18,4 Prozent. Die Zahl der Mitarbeitenden stieg um 4044 neue Kolleginnen und Kollegen auf 83 183 und erreicht damit den größten Zuwachs in den letzten zehn Jahren.

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Großen Wert legt die Geschäftsführung des Konzerns auch auf das umfangreiche Angebot von digitalen Lösungen zur Entlastung der Kunden im Arbeitsalltag. Einen weiteren wichtigen Meilenstein wird das weltweit agierende Familienunternehmen am 28. September mit der Eröffnung des neuen Innovationszentrums am Stammsitz in Künzelsau-Gaisbach erreichen, wie Konzernsprecher Robert Friedmann mitteilte. Die Gesamtkosten für das Projekt liegen bei rund 75 Millionen Euro.

Strategie geht auch in Krisen auf

Die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Preissteigerungen sowie Materialknappheit auf dem Beschaffungsmarkt waren nach Aussagen Friedmanns die größten Herausforderungen im vergangenen Jahr. Die deutliche Steigerung bei Umsatz und Betriebsergebnis sei der Beweis, dass die Strategie auch in Krisenzeiten aufgehe. Deshalb ist der Weltmarktführer im Bereich Montage- und Befestigungsmaterial sehr optimistisch in das Jahr 2022 gestartet – bis zum 24. Februar, als der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine eskalierte. „Jetzt gilt es, laut Friedmann, diese nie dagewesene Konstellation von Unsicherheiten jeden Tag aufs Neue zu bewältigen.“

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Dazu gehört auch die uneingeschränkte Aufrechterhaltung der Lieferketten. Die konzerneigenen Produktionsbetriebe in Deutschland und Europa gewährleisteten eine gewisse Unabhängigkeit von globalen Lieferketten, so Friedmann auf Nachfrage der FN. Rund 70 Prozent der Waren haben ihren Ursprung in Europa. Die Konzerngesellschaft SWG Schraubenwerk Gaisbach GmbH in Waldenburg produziert beispielsweise die ASSY®, die Schraube für den Holzbau.

Lieferengpässe

Trotzdem machten sich die Lieferengpässe im Jahr 2021 auch bei Würth in verschiedenen Bereichen bemerkbar. Gründe hierfür sieht er unter anderem in der sehr hohen Nachfrage nach Edelstahl. Indirekt hatte beispielsweise auch der Chipmangel Auswirkungen auf die Unternehmen im Konzern, die von der Automobilindustrie abhängen. „Sicher werden sich die anhaltenden Lieferengpässe, Materialknappheit und massive Preissteigerungen auch in naher Zukunft auf unser Geschäft auswirken“, so der Konzernsprecher.

Die Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit der Würth-Kunden sei durch den Ukraine-Krieg nicht entscheidend gefährdet, da die Würth-Gruppe nur einen sehr geringen Anteil ihrer Produkte aus der Ukraine, aus Russland oder Belarus beziehe. „Die Konflikte in diesen Ländern haben daher keine unmittelbaren Auswirkungen auf unsere Lieferfähigkeit und die Versorgungssicherheit unserer Kunden. Die indirekten Auswirkungen des Konflikts auf Rohstoff- oder Energielieferungen unserer Vorlieferanten lassen sich im Augenblick allerdings nur schwer abschätzen.“ Aufgrund von unterbrochenen Lieferketten, massiven Preisentwicklungen von Rohstoffen sowie steigenden Energiekosten sieht die Konzernführung sich jedoch gezwungen, die Preiserhöhungen in gewissem Rahmen weiterzugeben. Besonders stark nachgefragt werden derzeit Holzbauschrauben, Solarbefestigungen und im Bereich Bauchemie Artikel wie PU-Schaum oder Silikon.

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Standort Bad Mergentheim

Zum Standort Bad Mergentheim äußerte sich Rainer Bürkert, Mitglied der Konzernführung der Würth-Gruppe und Geschäftsführer der Würth Industrie Service. Auf dem ehemaligen Kasernengelände auf dem Drillberg arbeiten derzeit 1502 Beschäftigte. Als eine der größten Herausforderungen sieht Bürkert angesichts der demografischen Entwicklung die Sicherung des Fachkräftebedarfs. Davon sei auch die Würth Industrie Service über verschiedene Unternehmensbereiche hinweg betroffen, insbesondere in der IT, Technik und auch im Bereich der Logistik. „In der frühen Nachwuchsförderung sehen wir einen klaren Vorteil. Indem wir die unterschiedlichsten Ausbildungsplätze anbieten und den Auszubildenden nach erfolgreichem Abschluss ein unbefristetes Arbeitsverhältnis ermöglichen, schaffen wir die nötige Stabilität, um die enormen Herausforderungen der Zukunft in einem starken Miteinander zu meistern“.

Die internationale Ausrichtung des Konzerns mit über 400 Gesellschaften in 80 Ländern, die breite Aufstellung über die diversifizierten Geschäftsfelder der Würth-Linie und der Allied Companies sowie die Multi-Kanal-Strategie zahlten sich auch vergangenes Geschäftsjahr aus. Würth biete seinen Kunden weltweit ein optimales Angebot an Kontaktpunkten: stationär mit 2500 Niederlassungen, persönlich mit über 33 000 Außendienstmitarbeitenden sowie digital über die Würth App. Der E-Business-Bereich entwickelte sich mit rund 20 Prozent am Gesamtumsatz sehr dynamisch. So konnte der Konzern zu Pandemie-Zeiten die Nähe zum Kunden und dessen Materialversorgung jederzeit garantieren.

Das Eigenkapital des Konzerns erhöhte sich im vergangenen Geschäftsjahr um 15,3 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro. Mit diesem Plus von 904 Millionen Euro konnte die Eigenkapitalquote auf 45,2 Prozent gesteigert werden und liegt damit auf einem sehr guten Niveau.

Auf den weiteren Geschäftsverlauf im Jahre 2022 blickend meinte Friedmann: „Die Herausforderungen durch die Corona-Pandemie haben sich mit dem Konflikt in der Ukraine und der Corona-Situation in China potenziert“. Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen und weltpolitischen Situation lasse sich eine verlässliche Prognose für die weitere Entwicklung der Würth-Gruppe für 2022 nicht treffen.

In den ersten vier Monaten des Jahres 2022 erwirtschaftete der Konzern ein Umsatzplus von 18,8 Prozent. Das Betriebsergebnis liegt um elf Prozent über dem Vorjahr. „Diese Entwicklung stimmt uns trotz der weltwirtschaftlichen und -politischen Geschehnisse vorsichtig optimistisch“.

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