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Leserbrief - Zum Umgang mit Nicht-Geimpften

„Die neue Corona-Moral“

Von 
Leserbrief-Schreiber: Detlef Scott Backes
Lesedauer: 

Die Kettenraucherin, die sich ihre Gesundheit ruiniert hat. Der junge Mann, der bei seinem Hobby Fassadenklettern abgestürzt ist. Der Mörder, der sich bei seiner Schandtat selbst schwer verletzt hat.

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Sie alle werden in unserer Gesellschaft (intensiv)medizinisch behandelt. Wir dürfen das als Zeichen unserer Menschlichkeit, als Ausdruck einer guten Moral ansehen.

Nun mehren sich in letzter Zeit allerdings Stimmen, am Coronavirus erkrankten Menschen eine Behandlung zu verweigern, wenn sie nicht geimpft sind. Einen Virus kann man sich offenbar fast jederzeit und überall einfangen, und das auch bei vorsichtiger, gesunder Lebensführung. Auf eine Impfung gegen Covid verzichtet jemand vielleicht, weil er schlechte Erfahrungen mit früheren Impfungen (etwa gegen die normale Grippe oder die Schweinegrippe) gemacht hat oder weil er einem neu entwickelten Impfstoff nicht vertraut. Dabei achtet er womöglich auf eine vorsichtige, gesunde Lebensführung. Was für eine Moral ist es, die solche Menschen nun nicht nur vom gesellschaftlichen Leben, sondern auch von der medizinischen Versorgung ausschließen möchte? Es scheint dieselbe Moral zu sein, die letztes Jahr kleinen Kindern das Besuchen ihrer Großeltern mit dem Vorwurf untersagte, sie könnten diese dadurch umbringen – selbst wenn die Großeltern um diesen Besuch baten.

Eine Moral, die manchem alten Menschen das Überleben in Isolation verordnete anstelle eines eventuell früheren Ablebens in seinem geliebten sozialen Umfeld. Können wir bitte bei der im ersten Absatz angesprochenen guten Moral bleiben bzw. zu ihr zurückkehren?

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