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Welt-Nashorn-Tag

Auf der Suche nach Geld für die Rettung der Vielfalt

Auch die Wilhelma unterstützt Projekte mit finanziellen Mitteln

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wis
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Wichtiger Zuchterfolg: Dieses Jahr brachte die Nashorn-Kuh Rosa im Way Kambas-Nationalpark in Indonesien ein Kalb zur Welt. Die Wilhelma fördert das Projekt Sumatran Rhino Rescue zur Rettung der extrem vom Aussterben bedrohten Sumatra-Nashörner, von denen es inzwischen weniger als 50 Tiere gibt. © Biro Humas KLHK

Stuttgart. Der Welt-Nashorn-Tag ist für Artenschützerinnen und Artenschützer so etwas wie der jährliche Berichtstag an der Börse: Immer am 22. September ziehen sie Bilanz, stellen Zahlen vor und hoffen, dass sich Investoren finden, die an die Zukunft des Projektes zur Rettung der bedrohten Rhinozerosse glauben. Nur dass es ihnen nicht darum geht, Geld zu verdienen, sondern es für die Rettung der Vielfalt auf unserem Planeten ausgeben zu dürfen. Die Wilhelma gehört auf beiden Seiten dazu. Der Zoologisch-Botanische Garten in Stuttgart ist als Artenschutzorganisation aktiv und zählt zudem zu den Investoren in Schutzprogramme vor Ort: zum Beispiel für das Panzernashorn und das extrem seltene Sumatra-Nashorn.

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Aktien stehen nicht gut

Die Aktien stehen weltweit nicht gut für das Überleben der Nashörner, doch gibt es deutlich unterschiedliche Trends bei den insgesamt fünf Arten, deren Bestände jedoch alle stark gefährdet. Laut Weltnaturschutzunion (IUCN), der die Wilhelma seit diesem Jahr angehört, ist in Afrika der Bestand der Breitmaulnashörner zwischen 2017 und 2021 von über 18 000 auf weniger als 16 000 gesunken. Bei den Spitzmaulnashörnern war auf niedrigerem Niveau dagegen ein Zuwachs um drei Prozent pro Jahr auf jetzt knapp 6200 Tiere zu verzeichnen. Von den drei asiatischen Arten gibt es noch weniger Tiere: Lichtblick ist dabei, dass sich die Zahl der Panzernashörner, wie sie die Wilhelma hält, nach IUCN-Erhebung zuletzt um jährlich 3,7 Prozent erholt hat. In Indien und Nepal soll es von ihnen inzwischen wieder über 4000 Tiere geben: nach dem historischen Tiefstand von nur 100 Tieren Anfang des 20. Jahrhunderts ein gewaltiger Erfolg.

Hingegen scheinen die Tage der indonesischen Arten aufgrund der minimalen Restpopulation gezählt: Vom Java-Nashorn sind nur noch 76 Tiere bekannt, wenn auch mit leicht steigender Tendenz. Die Sumatra-Nashörner erleben einen tragischen Countdown. Standen 2017 noch rund 80 Stück in den Büchern, war seitdem ein Rückgang von 13 Prozent pro Jahr zu registrieren, so dass nun von weniger als 50 auszugehen ist. Und diese sind auf verschiedene Inseln und Reservate verteilt, so dass es kaum zu Nachwuchs kommt.

Kalb wurde geboren

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Umso größer war die Freude, dass 2022 ein Kalb durch menschliche Unterstützung geboren wurde. Die Wilhelma fördert dieses Projekt Sumatran Rhino Rescue als offizielle strategische Partnerin ganz gezielt, um „fünf Sekunden vor Zwölf“ das Aussterben der Art zu verhindern. Über drei Jahre konnte sie 100 000 Euro beisteuern, um die wenigen verbliebenen Nashörner in gesicherten Zuchtzentren zusammenzuführen, damit sie überhaupt Chancen haben, aufeinander zu treffen und Nachwuchs zu bekommen: so wie Nashornkuh Rosa in der Zuchtstation im Way Kambas-Nationalpark auf Sumatra. Darüber hinaus hat die Wilhelma in den vergangenen zehn Jahren knapp 30 000 Euro zum Schutz der Panzernashörner in Indien spenden können. Den möglichen Aufschwung der Nashorn-Hilfe macht jedoch in vielen Regionen die Wilderei zunichte. Der illegale Handel mit dem Horn der Tiere steht weiter hoch im Kurs – aus reinem Aberglauben an eine Heilwirkung von dessen Pulver. „Dabei bestehen die Hörner aus nichts anderem als Keratin, so wie Haare und Fingernägel“, sagt Stefanie Reska, die bei der Wilhelma für Artenschutz und Umweltbildung zuständig ist. „Das ist genauso nutzlos, wie wenn man an den eigenen Fingernägeln kauen würde in der Hoffnung, einen medizinischen Effekt zu haben.“ wis

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