Arnold Umformtechnik - Neue Produktionsanlagen in Dörzbach eingeweiht / 28 Millionen Euro investiert / Reinhold Würth: "Vertrauen in Unternehmen hat sich ausgezahlt" Zu neuen Horizonten aufgebrochen

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Bei der Einweihung (von links): Professor Robert Dust, TU Berlin; Reinhold Würth, Gert-Thomas Höhn und Dirk Döllner, Geschäftsführer Arnold Umformtechnik.

© Arnold

Dörzbach. Arnold Umformtechnik zusammen mit 200 geladenen Gästen die Einweihung von drei neuen Produktionshallen am Standort Dörzbach. In nur neun Monaten entstanden 22 000 Quadratmeter zusätzliche Produktionsfläche. Dafür hat der Hersteller von Verbindungssystemen 22 Millionen Euro für die Gebäude und noch einmal sechs Millionen Euro für den Maschinenpark in die Hand genommen.

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Den Anlass nutzte die Geschäftsführung, um den Startschuss für eine neue Unternehmenspositionierung zu geben. Der Slogan "Blue Fastening Systems" ersetzt das alte "Lösungen, die verbinden". Das soll das Thema Nachhaltigkeit und die Entwicklung vom ehemals reinen Produzenten hin zu einem Systemanbieter für komplexe Verbindungssysteme herausstreichen.

Reinhold Würth, Vorsitzender der Stiftungsaufsichtsrates der Würth-Gruppe, dankte in einer Ansprache dem Management und den Mitarbeitern für die erfolgreiche Entwicklung von Arnold Umformtechnik. Der Kauf des Unternehmens durch die Würth-Gruppe sei 1994 ein Wagnis gewesen. "Damals dachte man, dass bald alle Schrauben aus China kommen", sagte Würth. Doch das in Arnold gesetzte Vertrauen habe sich ausgezahlt. Ein wesentlicher Grund dafür sei in der "wunderbaren Symbiose" zwischen den beiden Geschäftsführern Gert-Thomas Höhn und Dirk Döllner zu suchen. Die Leistung der Mitarbeiter, die den Umzug der Produktion von Ernsbach nach Dörzbach gestemmt hätten, ohne dass die Kunden es bemerkt hätten, bezeichnete Reinhold Würth als geradezu übermenschlich.

Würth-Konzernsprecher Robert Friedmann untermauerte die Erfolgsgeschichte mit Zahlen. Seit 1994 habe sich die Mitarbeiterzahl auf heute über 1000 weltweit fast verdreifacht. Der Umsatz habe sich in der gleichen Zeit verzehnfacht. "Das zeigt, welches Potenzial im Unternehmen liegt", betonte Friedmann. Nun sollen die Erweiterung in Dörzbach und die gleichzeitige Investition am Stammsitz in Ernsbach dazu beitragen, die Erfolgsstory fortzusetzen. Die Ziele sind ehrgeizig. Bis 2020 soll der Umsatz auf 300 Millionen Euro wachsen und die Mitarbeiterzahl auf 1200 weltweit ansteigen. 750 davon in Deutschland, der Rest soll sich auf die Werke in den USA, China und Frankreich verteilen. Dafür sind auch weitere Investitionen in Dörzbach geplant.

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Nachdem jetzt drei neue Hallen in Betrieb genommen wurden, sollen im nächsten Ausbauschritt zwei Hallen für die Unterbringung der Galvanik und der Härterei entstehen.

Die Arnold-Geschäftsführer Gert-Thomas Höhn und Dirk Döllner erläuterten, wie sie die von Robert Friedmann skizzierten Wachstumspläne erreichen wollen. Um nachhaltig erfolgreich zu sein, reiche es in Zukunft nicht mehr aus, einzelne Produkte zu entwickeln, zu produzieren und auf den Markt zu bringen. Stattdessen seien echte Mehrwerte gefragt: Zum Beispiel die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Kunden bei der Lösung von komplexen Verbindungsaufgaben, bei deren Entwicklung Arnold als Entwicklungspartner sein spezielles Know-how einbringe. Diese Unternehmensstrategie soll der neue Firmenslogan "Arnold BlueFastening Systems" nach außen symbolisieren.

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Um den Weg zum Systemanbieter weiter zu gehen, bereitet Arnold für Herbst den Merger mit Arnold & Shinjo (AS) vor. AS bringt die Kompetenz bei Zuführsystemen und Verarbeitungstechnik ein. Das schaffe eine neue Arnold-Welt, die auf Basis der bisherigen Erfolgsfaktoren komplexe Verbindungssysteme für die gesamte Produktpalette anbietet. Wie die Strategie im gesamtwirtschaftlichen Zusammenhang zukünftigen industriellen Entwicklung einzuordnen ist, brachte Professor Robert Dust, Technische Universität Berlin, auf den Punkt. pm