Kommunalpolitik - Zweiter Versuch im Crailsheimer Gemeinderat, die Innenausstattung des neuen Hallenbades aufzuwerten, scheitert „Wir brauchen was für Kinder“: Hallenbad attraktiver machen

Von 
Andreas Harthan
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Die Innenausstattung des neuen Crailsheimer Hallenbades fällt eher spartanisch aus. © Stadtwerke Crailsheim

Die Stadträte würden das Crailsheimer Bad gerne attraktiver für Kinder und Jugendliche gestalten. Zum zweiten Mal ziehen sie den Kürzeren.

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Crailsheim. Der Weg zu einem neuen Hallenbad in Crailsheim ist holprig. Die Frage des Standortes musste per Bürgerentscheid geklärt werden. Ob der Neubau gleich neben dem Freibad in der Maulachaue von den Behörden zugelassen wird, ist noch offen. Nun zogen die Stadträte, deren Ziel es ist, das neue Bad aus ihrer Sicht attraktiver für Kinder und Jugendliche zu machen, schon zum zweiten Mal den Kürzeren.

Es bleibt ein Sportbad

In der ersten Sitzung nach der Corona-Pause fand sich keine Mehrheit für den Antrag von Peter Gansky (Bürgerliste), einen Strömungskanal zu bauen. Im März war schon die CDU im gemeinderätlichen Hauptausschuss mit dem Antrag gescheitert, eine Röhrenrutsche zu installieren. Die Mehrheit des Gemeinderates bleibt dabei: Das neue Hallenbad ersetzt in seiner Innenausstattung mehr oder weniger das jetzige, es wird ein „familiengerechtes Sportbad“, wie es Uwe Macharzenski, Geschäftsführer der Stadtwerke, formulierte.

Das Unternehmen betreibt die städtischen Bäder und wird das neue Hallenbad bauen. Dass Stadtrat Gansky mit seinem Versuch, das geplante Sportbad aus seiner Sicht familienfreundlicher auszustatten, nicht alleine ist, wurde in der Sitzung des Stadtparlamentes schnell klar. CDU-Stadtrat Lukas Köberle, der im März den Rutschen-Antrag gestellt hatte, betonte noch einmal, dass das neue Bad „ein Highlight braucht“. Es gebe annähernd 5000 Kinder in Crailsheim, denen müsse man was bieten – auch im Hallenbad. Für ihn ist es eine „historische Chance“, jetzt so zu bauen, dass auch neue Besuchergruppen angesprochen werden. Sein Fraktionskollege Harald Gronbach sprang ihm zur Seite: „Wir brauchen was für Kinder.“ Uwe Berger, ebenfalls CDU, warnte vor der Enttäuschung in der Bürgerschaft, wenn das neue Hallenbad nicht mehr bietet als das alte. Und Klaus-Jürgen Mümmler, CDU-Stadtrat und Vorsitzender des TSV Crailsheim, versuchte es mit einem Kompromissvorschlag: „Es muss doch irgendeine Möglichkeit geben.“

Bäderdefizit könnte größer werden

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Zuvor hatte Stadtwerke- Geschäftsführer Macharzenski darauf hingewiesen, dass sowohl Rutsche als auch Strömungskanal jeweils über eine Million Euro teuer sind und solche Investitionen das Bäderdefizit der Stadtwerke vergrößern würden. Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer verwies auf die Empfehlung der Bäderkommission, die kein Highlight vorgeschlagen habe. Wenn auf dem Papier Geld übrig sei – der vom Gemeinderat genehmigte Kostenrahmen beläuft sich auf 17 Millionen Euro, derzeit liegt die Kostenschätzung bei 16,3 Millionen Euro – heiße das noch lange nicht, dass man dieses unbedingt ausgeben müsse. Zumal auch noch absehbare Baupreissteigerungen zu bedenken seien, hob Grimmer, der Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke ist, hervor.

Auch der Antrag von AWV-Stadtrat Jochen Lehner, das neue Hallenbad wenigstens so zu planen, dass später ein Anbau möglich ist, fand keine Mehrheit im Gremium.

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Sein Fraktionskollege Michael Klunker forderte die Ratsmitglieder genauso wie Grünen-Stadtrat Sebastian Karg auf, bei der bisherigen Planung zu bleiben.

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Die von der Expertenkommission vorgeschlagenen Ergänzungen hatten sich auf Mehr-Ausgaben in Höhe von 5,4 Millionen Euro summiert, waren dann aber auf ein kleines Maßnahmenpaket eingedampft worden, das Mehrkosten in Höhe von 800 000 Euro verursacht, und das jetzt vom Gemeinderat genehmigt wurde.

Die wichtigsten Projekte des Pakets: eine Sprunganlage und eine sechste Schwimmbahn. hota