Erste Prunksitzung der "Narrhutia" Aub - Die Fastnachts-Session erfolgreich eingeläutet / "Äwer Gschichtli" und "Äwer Liedli" von "Äwer Madli" "Schwere Jungs" glänzten mit anmutiger Grazie

Von 
Alfred Gehring
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Das Publikum war verrückt nach ihnen: Die "Crazy Girls" in Aktion.

© Gehring

Der Faschingszug in Aub hat volle Fahrt aufgenommen. In der ersten von vier ausverkauften Prunksitzungen der Narrhutia jagte ein Höhepunkt den anderen.

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Aub. Vier Mal ausverkauft: "Wir hätten sogar noch eine fünfte Vorstellung nahezu voll bekommen," verkündete Sitzungspräsident Christopher Dietl zu Beginn der ersten Prunksitzung in Aub.

Mit Musik und Gesang, viel Tanz, pointierten Büttenreden, einem schlagfertigen Sitzungspräsidenten, einem ausverkauften Saal und mit der Auber Stadtkapelle, die das ganze Spektakel musikalisch gestaltete, setzte am Wochenende Narrhutia Aub die ersten Akzente in dieser Fastnachts-Session.

Zunächst aber galt es, der aktuellen Auber Fasenacht Namen zu geben. Die Prinzenpaare zu inthronisieren, ist traditionell zu Beginn der ersten Prunksitzung unverzichtbarer Programmpunkt. "Seit dem Kindergarten ist mir meine Prinzessin hold," verkündete Kinderprinz Leon I. (Dziamski) mit Blick auf seine Prinzessin Helen I. (Weinmann) und Erwachsenenprinz Stefan I. (Dissinger), der nach seinen Worten von der Tauber zu den Aubern gekommen ist und für die närrische Regentschaft mit seiner Prinzessin Heidi I. (Weinmann) schon mal als Osterhasendarsteller am Frühlingsmarkt geübt hat. Ausgestattet mit Prinzenorden, Narrenkappe und Blumenstrauß übernahmen die Prinzenpaare die närrische Regentschaft.

Einfallsreiche Schautänze

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Schmissige Gardetänze und einfallsreiche Schautänze brachten gleich sechs Tanzformationen auf die Bühne. Als flotte Jungfeuerwehrleute fegten die Jungs des Mini-Männerballettes über die Bühne. Die Narrhutia-Kindergarde ist geteilt. Als ein Traum in Blau zeigten die Mädchen einen schmissigen Gardetanz. Die etwas älteren stellten später beim Schautanz als Panzerknackerbande "schwere Jungs" dar, die aber leichtfüßig ihren Tanz aufführten. Ein nicht minder schwergewichtiges Thema hatten sich die "Crazy Girls" für ihren Schautanz ausgesucht. Als Boxer luden sie zum größten Boxkampf, der in diesem Jahrhundert in Aub stattgefunden hat. Die Tänzerinnen der Narrhutia zeigten mit ihrem Gardetanz nicht nur Stolz und Grazie, sondern entführen mit ihrem Schautanz in die Tiefen des Weltalls. Mit einer Untertasse landeten sie als blau-gelbe Außerirdische direkt auf der Bühne im Roßsaal. Dem stand das Männerballett nicht nach und wechselte beim Schautanz tempomäßig zwischen Siesta in Mexiko und Speedy Conzales. "Äwer Gschichtli und Äwer Liedli vo Äwer Mädli": Eine bunte Mischung aus traditionellem Auber Fastnachtsliedgut und Frotzeleien über lokale Ereignisse brachten die "Wabbegeider" zu Gehör. Sie rissen das Publikum nicht nur mit den bekannten Auber Fastnachtsliedern mit, sondern wussten auch Ereignisse ans Licht zu bringen, die die Betroffenen gerne im Dunkeln belassen hätten. In der Bütt gab der junge Frederick Tarolli sein Debüt. Als unzufriedener Schüler berichtete er von der an der Schule ausgebrochenen Sechs-Welle und fühlte sich dabei sichtlich wohl auf der Bühne. Rita Reindl berichtete als Verkäuferin im "Back-drive" von Hopferstadt von ihren Erlebnissen zwischen "Bio-Grumbiera to go" und Back-ware. Sie versicherte, dass sich alles tatsächlich so zugetragen habe.

Leo Mitzler berichtete in der Bütt von seinen Erlebnissen als Maurerlehrling, insbesondere in der Berufsschule. Stefan Zobel, der ebenfalls zum ersten Mal als Büttenredner Bühnenluft schnupperte, berichtete von seiner Musterung: "Das ist so: wenn du gesund bist, musst du in den Krieg!" Da galt nicht einmal ein vorgespielter Ohnmachtsanfall mit Zugabe als Ausweg und erst, als er den Sehtest wiederholen musste, wurde er ausgemustert.

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Da war dann noch Tabea Neckermann. Das Schwabenmädle aus Burgerroth scheint regelrecht für die Bütt geboren. Im von der Schwiegermutter geliehenen Anorak mit einer Wollmütze auf dem Kopf schwäbelte sie von ihren vergeblichen Versuchen, eine perfekte Hausfrau zu sein beginnend mit der Frage aller Fragen: "Was koche ich heute", noch dazu, wenn die "Leutle" des Lebensgefährten sich eingeladen haben. Sie berichtete von ihren Problemen, die Springform mit dem Kuchen auf die mittlere Schiene zu bekommen, wenn doch ständig ein Zug fährt: "Die Springform habe ich nie mehr gesehen und mein Toig ist mit dem Zug weitergefahren." Folge ihrer Bemühungen: "Die Schwiegerleute haben gar nichts gesagt, seitdem sind wir immer bei ihnen eingeladen".

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Neidlos musste die von deren Präsidenten Dirk "Schosch" Schuster angeführte Delegation der Faschingsgesellschaft aus Illesheim, die an diesem Abend zu Gast war, schon in der Pause eingestehen: "Ihr habt ein tolles Programm zusamnengestellt".