Kirchberg - Führung mit Ralf Garmatter Schwarzer Tag in der Geschichte

Lesedauer: 

Kirchberg. Der 14. April 1945 war ein schwarzer Tag in der Geschichte der Stadt Kirchberg/Jagst. Sechs unschuldige Menschen wurden dort vor 75 Jahren von deutschen Soldaten erschossen. Die Bluttat blieb bis heute ungesühnt. Die Täter wurden nicht gefasst. Der Journalist Ralf Garmatter bietet eine Führung am Sonntag, 25. Oktober, um 11 Uhr zu den historischen Orten des Geschehens an. Treffpunkt ist am Mahnmal auf dem Frankenplatz.

AdUnit urban-intext1

Folgendes ist am 14. April 1945 in Kirchberg geschehen: In den Morgenstunden wurden auf dem Frankenplatz die drei Zwangsarbeiter Michael Kubicky aus Polen, die beiden Ukrainer Josef Hepak und Wasil Petryczka sowie der französische Kriegsgefangene Ernst Bonne von deutschen Soldaten erschossen. Die Kirchbergerin Angela Galczinski, Mutter zweier kleiner Kinder, wurde am gleichen Tag an einer Feldscheune oberhalb der Turn- und Liederhalle erschossen. Auch der deutsche Arbeiter Johann Heigl starb am 14. April 1945 durch Kugeln deutscher Soldaten.

In der Hauptsache wurde den späteren Opfern zur Last gelegt, dass sie wenige Tage zuvor, beim ersten Einmarsch der Amerikaner, mit den feindlichen Soldaten gesprochen haben sollen. Johann Heigl wurde vorgeworfen, er habe eine weiße Fahne an einer Scheune am Ortsrand aufgehängt. Für diesen Einsatz musste er mit dem Leben bezahlen.

Seit kurzem ist im Internet auf Youtube der Dokumentarfilm „Narben der Erinnerung“ über das Kriegsende und die Erschießungen in Kirchberg/Jagst kostenlos zu sehen. Link: https://www.youtube.com/watch?v=m0x94139h1s