Kultur - Theater im Fluss in Künzelsau sagt Aufführungen 2020 ab Saison fällt ins Wasser

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grie
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Künzelsau. Leicht gefallen ist diese Entscheidung nicht: Das Theater im Fluss sagt die Theatersaison 2020 ab, die mit der Premiere von Johann Nepomuk Nestroys Posse „Der Talisman“ am 27. Mai hätte beginnen sollen. „Wir haben im Vorstand schweren Herzens beschlossen, nicht abzuwarten, sondern die Vorstellungen schon jetzt abzusagen und auf das kommende Jahr 2021 zu verschieben.“ Das erklärt Heiner Sefranek, Vorsitzender des Künzelsauer Theatervereins, das frühzeitige Aus der neunten Theatersaison im Kocherfreibad.

Das „Theater im Fluss“ sagt die Spielsaison 2020 ab. © Theater
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Bei einer Abwägung der Risiken und Chancen sei es einerseits nicht sehr wahrscheinlich, dass in zwei Monaten ohne Gefährdung der Besucher und der Aktiven gespielt werden könne. Eine dann notwendige Absage bei gleichzeitig weiterlaufenden Kosten würde der Verein finanziell nicht bewältigen können. Jetzt sei es gerade noch rechtzeitig.

Die bislang aufgelaufenen Kosten könne der Verein über die für schwierigere Zeiten vorgenommenen Rücklagen noch abdecken. Diese Entwicklung ist für die Schauspieler und Helfer vor allem deshalb bitter, weil alle mit den Vorbereitungen schon weit fortgeschritten sind. Seit Monaten laufen die Proben. Die bisherige Arbeit sei jedoch nicht umsonst, sondern im Grunde nur für das kommende Jahr vorweggenommen.

Ganz aufs Theater im Fluss müssen die Hohenloher mit etwas Glück dieses Jahr aber nicht verzichten. Denn wie gewohnt will die Truppe um Regisseur Franz Bäck am 19. September bei der Langen Nacht der Kultur in Öhringen auftreten. Ein Ausschnitt aus „Der Talisman“ soll den Besuchern in der Kultura Lust auf das ganze Stück und die Spielsaison 2021 machen. Die Truppe selbst trifft das Aus der Saison hart. „Es ist traurig, es ist schade. Es hat so viel Spaß gemacht, aber es ist die einzig richtige Lösung“, kommentiert Sigrun Hellinger. Sie wäre in die Rolle der Salome Pockerl geschlüpft. Noch schlimmer wäre es für sie aber gewesen, jetzt weiter zu proben, um dann kurz vor der Premiere absagen zu müssen.

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„Nach der schwierigen Phase im letzten Jahr, in dem nicht gespielt wurde, jetzt abzubrechen und nicht zu spielen, ist extrem traurig“, sagt Aktivensprecherin Ines Köhler. Doch noch weniger könne man die Zukunft des Vereins riskieren.

Johannes Ehmann, der die Hauptrolle im „Talisman“spielt, sieht das genauso. Er hat auch bereits kurz nachdem die Nachricht vom Saisonstopp vereinsintern mitgeteilt wurde, signalisiert, dass er auch 2021 zur Verfügung steht. grie