Coronavirus - Isolierstation entsteht im ehemaligen Künzelsauer Krankenhaus / Medizinische Versorgung wird nicht angeboten Noteinrichtung für über 50 Personen

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lra
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Ehrenamtliche Helfer von THW und DRK arbeiten für den Aufbau der Isolierstation im ehemaligen Krankenhaus in Künzelsau. Auch für sie gilt: Abstand halten und zur Sicherheit Mundschutz tragen. © Landratsamt

Künzelsau. Im ehemaligen Krankenhausgebäude in Künzelsau haben intensive Vorbereitungen zur Einrichtung einer größeren Isolierstation im Zuge der Corona-Krise begonnen.

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Die Ortsverbände des Technischen Hilfswerks (THW) aus Künzelsau und Pfedelbach sowie die Landkreisverwaltung sind laut einer Pressemitteilung des Landratsamts Hohenlohekreis seit dem vergangenen Donnerstag mit eigenen Mitarbeitern und rund 30 freiwilligen Helfern im Einsatz. Dabei werden in den ehemaligen Zimmern des Krankenhauses Betten und Schränke aufgebaut.

Möbel bislang eingelagert

Die Möbel wurden bereits während der Flüchtlingskrise beschafft und waren bisher eingelagert. So entstehen im ehemaligen Bettentrakt des Krankenhauses über 50 Einzelzimmer, die jeweils über eine eigene Nasszelle (Dusche und Toilette) verfügen. Auch ein WLAN-Hotspot wird eingerichtet.

„Mit mehreren Lastern haben wir das Material aus verschiedenen Lagern nach Künzelsau gefahren und die Isolierstation aufgebaut“, so Daniel Franz vom Technischen Hilfswerk Künzelsau. In den letzten Tagen seien so über eintausend Arbeitsstunden zusammengekommen.

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Die Essensversorgung und die Betreuung der künftigen Bewohner übernimmt das Deutsche Rote Kreuz (DRK).

„Ohne die tatkräftige Unterstützung von THW und DRK hätten wir den Aufbau und die Organisation der Isolierstation in so kurzer Zeit nicht geschafft“, lobt Landrat Dr. Matthias Neth den Einsatz der Kräfte bei einem Besichtigungstermin am Sonntag.

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Mit der Einrichtung der Isolierstation in Künzelsau werden auch die regionalen Krankenhäuser entlastet. So können beispielsweise Personen, die mit noch schwachen Symptomen aus dem Krankenhaus entlassen werden, in Künzelsau untergebracht werden.

Auch bei schwachen Anzeichen

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Daher handelt es sich beim ehemaligen Krankenhaus in Künzelsau um eine reine Isoliereinrichtung, eine medizinische Versorgung wird nicht angeboten.

Aus den Krankenhausentlassberichten von bisherigen Patienten sei laut Landratsamt ersichtlich, dass viele Infizierte aus dem Krankenhaus entlassen werden können, auch wenn noch leichte Krankheitssymptome und eine Virusausscheidung vorliegen.

„Die Isolierstation bietet den Menschen im Hohenlohekreis viele Vorteile“, unterstreicht Neth. So könne man auch Personen mit schwachen Krankheitsanzeichen eine adäquate Unterbringung für die Quarantäne anbieten. Dies sei insbesondere dann nötig und sinnvoll, wenn erkrankte Personen zuhause mit Risikogruppen zusammenleben.

Die entstehende Künzelsauer Isolierstation kann für folgende Fälle genutzt werden: Menschen mit schwachen Krankheitsanzeichen, die nicht zuhause leben können, weil dort Risikogruppen mit ihnen leben; gesunde Menschen, die von kranken Familienmitgliedern getrennt werden sollen; klassische Verdachtspersonen, z.B. Personen, die aus dem Ausland einreisen, können in der Isolierstation zwei Wochen leben, bis klar ist, dass sie keine Infektion haben; Risikogruppen, wie z.B. alte oder immunschwache Menschen, die von den Familienmitgliedern getrennt untergebracht werden sollen; Mitglieder von systemrelevanten Berufen, die vorsorglich isoliert leben sollen; Menschen, die aus einem Krankenhaus mit noch schwachen Symptomen entlassen werden. lra