Sportwissenschaft - Crailsheims Stadtoberhaupt Dr. Christoph Grimmer legt sein neues Buch „Sportkommunikation in digitalen Medien“ vor „Ich bin keiner, der jammert“

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KH
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Sein viertes Buch wird vorläufig wohl auch das letzte bleiben: Crailsheims Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer mit seinem jüngsten Werk „Sportkommunikation in digitalen Medien“. © Klaus Helmstetter

Der Crailsheimer Oberbürgermeister hat ein Buch geschrieben. Es ist bereits das vierte und auch das vorläufig letzte. Thema: „Sportkommunikation in digitalen Medien“.

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Crailsheim. „Das ist jetzt die Ernte. Die Saat wurde schon viel früher gelegt“, betont Dr. Christoph Grimmer. Voller Freude präsentiert er sein jüngstes Buch mit dem Titel: „Sportkommunikation in digitalen Medien“, untergliedert in die drei Teilbereiche „Vielfalt, Inszenierung und Professionalisierung“.

„Der Veröffentlichung ging ein rund zweijähriger Schaffensprozess voraus, so dass ich die Publikation als Oberbürgermeister lediglich zum Abschluss gebracht habe“, betont Crailsheims Stadtoberhaupt. Weitere Bücher seien nicht geplant.

In den Jahren 2015 bis 2017 hat Dr. Grimmer an der Uni Tübingen einen „Social Media and Sports Day“ ins Leben gerufen, bei dem sich Wissenschaftler und Praktiker zum Forschungs- und Arbeitsfeld Sportkommunikation und Soziale Medien ausgetauscht haben. Der nun vorliegende Band basiert auf den Veranstaltungen der Jahre 2016 und 2017.

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Zur ersten Veranstaltung erschien vor zwei Jahren bereits das Buch „Der Einsatz Sozialer Medien im Sport: Gestaltung, Vermarktung, Monetarisierung.“

Zwei Bücher dieser Art hat der studierte und promovierte Sportwissenschaftler Dr. Grimmer damit bereits herausgegeben. Zwei weitere hat er komplett selbst geschrieben. „Als Herausgeber hat man weniger Arbeit, ist aber auf die Verlässlichkeit der Autoren angewiesen“ lässt sich Dr. Grimmer etwas in die Karten der Entstehungsgeschichte gucken. „Wenn man über einen gewissen Namen auf dem Gebiet und ein Netzwerk an Autoren verfügt, lässt sich das gut bewerkstelligen. Beim ersten Buch mit einer Autorengemeinschaft war meine Aufregung definitiv größer!“ Thematische Basis ist „das erweiterte eigene Interessen- und Forschungsfeld.“ Für einen Beitrag hat sich Dr. Grimmer als Mitautor (von Cora Theobalt und Thomas Horky) selber an den Rechner gesetzt. Überschrieben ist er mit dem Titel „Soziale Persönlichkeiten im Sport“. Für einen weiteren Beitrag hat der Rathauschef aus der Horaffenstadt zudem Michael Wiedmann gewonnen. Der Pressesprecher der Crailsheimer Basketballer (Hakro Merlins), übrigens ehemaliger Klassenkamerad des Crailsheimer OB im Albert-Schweitzer-Gymnasium, berichtet dort unter der Headline „Agieren, Reagieren, Bewahren“ aus dem „Alltag einer etwas anderen PR-Abteilung“.

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Abgebildet und aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet werden soll in dem neuen Werk der Status Quo der deutschsprachigen Forschung zum Thema Digitalisierung der Sportberichterstattung.

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Und für wen ist das Buch gemacht? „Es wird sich bestimmt nicht jeder Dritte unter den Weihnachtsbaum legen. Unsere Zielgruppe ist in erster Linie ein Fachpublikum mit speziellem Interesse aus dem Bereich Sportpublizistik und Sportkommunikation“, unterstreicht der Herausgeber. „Wobei das Buch aber auch für Mannschaften und Sportler aus unteren Ligen durchaus von Interesse sein kann.“ Wo liegt der Mehrwert des Buches? Welche neuen Erkenntnisse werden thematisiert? „Da ist besonders die Etablierung von 360-Grad-Fotos/Videos zu nennen und der Zusatznutzen, den er für die sportjournalistische Kommunikation bieten kann. Die Autoren Prof. Dr. Andreas Hebbel-Seeger und Prof. Dr. Thomas Horky haben bei Profifußballvereinen untersucht, ob und inwieweit 360-Grad-Content schon Einzug in die Kommunikation gehalten, und ob dies zu einem veränderten Rezeptions- und Interaktionsverhalten bei den Fans geführt hat.“ Welche speziellen Fragestellungen sieht der Herausgeber für die nahe Zukunft als besonders relevant an? „Zum Beispiel die Frage, wie es mit Facebook weitergehen wird, denn die Plattform scheint an Popularität doch stark zu verlieren. Instagram ist in der Breite das Medium der Stunde, während Twitter in Deutschland nie wirklich angekommen ist.“

Und wie sieht es mit den eigenen sportlichen Aktivitäten aus? Beim Crailsheimer Sparkassenlauf hat der Rathauschef für Furore gesorgt. „14 Tage nach dem Volksfest fit zu sein, das war schon eine Herausforderung. Mein Ziel war, unter 40 Minuten zu bleiben. Zu den Topläufern musste ich abreißen lassen, mit dem Abschneiden als Gesamtzehnter und Schnellster meiner Altersklasse bin ich aber sehr zufrieden.“

Nebenbei bemerkt: Auch beim Hamburg-Marathon hat Dr. Grimmer in 2.57.32 gefinisht. Ein Ziel im Blick haben, sich darauf fokussieren und konsequent vorbereiten, das ist ein Persönlichkeitsmerkmal des Crailsheimer Stadtoberhauptes. „Stimmt. Ich habe auch im Abitur meine besten Arbeiten geschrieben. Wer mag schon Prüfungen? Ich wollte mir zumindest nicht nachsagen lassen, wenn du mehr gelernt hättest, wäre auch mehr drinnen gewesen.“

Seit einem knappen Jahr ist er jetzt Stadtoberhaupt in Crailsheim. „Ich habe schon immer gerne Verantwortung übernommen, ob als Klassensprecher oder Gruppenleiter im Planspiel Börse. Am Computer habe ich lieber im Fußball-Managerspiel den Verein von der Kreisliga in die Champions League geführt, als Aggressionen in Kampfspielen auszuleben oder virtuell ein Haustier zu füttern.“

Als OB ist der Quereinsteiger ein knappes Jahr im Amt und sagt, seine Entscheidung keinen Tag bereut zu haben. „Natürlich ist nicht alles, was man tun muss, vergnügungssteuerpflichtig. Ich bin aber keiner, der jammert. Und es motiviert, wenn Menschen sehen und schätzen, dass ich das Beste für unsere Stadt möchte und umzusetzen versuche, was ich angekündigt habe.“ KH