Weinlese im Museumsweinberg - Seit drei Jahrzehnten fester Bestandteil der Röttinger Winzerkultur / Museum geöffnet Ehrenamtliche setzen auf traditionelle Handarbeit

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stv
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Die Röttinger Weinprinzessin Anne I. Düll und Bürgermeister Hermann Gabel unterstützen die ehrenamtlichen Helfer und Winzer bei der Weinlese im Museumsweinberg. © Julian Hofmann

Röttingen. Der 1989 auf dem Röttinger Feuerstein angelegte Museumsweinberg trug dieses Jahr bereits das 28. Mal die Trauben des gemischten Satzes. Seit Beginn des dortigen Anbaus wird – wie anno 1900 – auf jegliche Form der Mineraldünger und Pestizide verzichtet.

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Im sogenannten „Qualitätsmischsatz“ sind die Rebsorten Riesling, Traminer, Silvaner, Tauberschwarz und Perle zu finden, deren Aufwuchs dem Beispiel der klassischen pfahlunterstützten Kopferziehung folgt.

Getreu dem Motto „Weinanbau gestern – Weinanbau heute“ zeigen die drei Parzellen, in die der Museumsweinberg gegliedert ist, die Entwicklung von der Kopf- zur Stammerziehung.

Aus diesem Grund wird deshalb auch noch bis heute komplett auf den Einsatz von modernen Maschinen wie zum Beispiel dem Traubenvollernter verzichtet. In aufwändiger Handarbeit bewirtschaften zahlreiche Röttinger Ehrenamtliche den Museumsweinberg vom winterlichen Schnitt der Reben bis hin zur Lese im Herbst.

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Dieses Jahr fiel die Lese auf den 29. September, bei der wie jedes Jahr zahlreiche Helfer die Trauben händisch mit ihren Scheren lasen. Nach der Ablage der Trauben im Eimer des jeweiligen Helfers folgt das Sammeln aller Trauben in der Tragebutte. Die mit den Trauben beladene Butte trägt ein starker Winzer den Weinberg hinauf bzw. hinab und schüttet diese gekonnt in einen großen Bottich. An dieser Stelle kommt das einzige Mal eine maschinelle Unterstützung bei der Lese zum Einsatz.

Bei der diesjährigen Lese des Museumsweinberges kam man auf 79 Grad Öchsle, die voraussichtlich zirka 600 Bocksbeutel ergeben werden.

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Interessierte können ab dem Frühjahr 2021 in der Tourist-Information Röttingen einen Bocksbeutel des diesjährigen Jahrganges erwerben. Wer bereits jetzt den „Qualitätsmischsatz“ kosten möchte, erhält hier aktuell noch den Jahrgang aus 2019.

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Eine Gratis-Kostprobe des Weines aus dem Museumsweinberg erhalten Besucher für gewöhnlich im dazugehörigen Röttinger Weinmuseum, das von Mai bis Oktober Samstag, Sonntag und Feiertag von 13.30 bis 17 Uhr geöffnet ist und Wissenswertes rund um das Thema Weinbau erklärt.

Aktuell wird aufgrund der Corona-Pandemie auf den Ausschank verzichtet. Das Museum kann aber unter Einhaltung der Hygiene- und Schutzvorgaben besucht werden. Der Eintritt zum Museum ist Interessierte frei. Aktuelle Änderungen der Öffnungszeiten und weitere Informationen sind unter www.roettingen.de zu finden. stv