Tagung in Ingelfingen - Arbeitskreis „Museen und Schlösser in Hohenlohe Franken“ diskutierte über neue Wege in der Museumsarbeit Bauernkrieg rückt in den Blickpunkt

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Dr. Hans Hagdorn (vorne rechts) führt die Mitglieder des Arbeitskreises Museen und Schlösser in Hohenlohe Franken“ durch das Muschelkalkmuseum Ingelfingen. © Möhring

Neue Wege in der Museumsarbeit will der Arbeitskreis „Museen und Schlösser in Hohenlohe-Franken“ gehen. Die jüngste Tagung fand in Ingelfingen statt.

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Ingelfingen. Knapp 40 Museumsfachleute aus der Region begrüßte das Ingelfinger Stadtoberhaupt Michael Bauer im historischen „Schwarzen Hof“ der Gemeinde an der Jagst.

In den einleitenden Worten vernahmen die Mitglieder des Arbeitskreises „Museen und Schlösser in Hohenlohe Franken“ dann auch beeindruckende Zahlen und Fakten zur „Stadt mit Tradition und Zukunft“, wie sie sich selbst nennt. „Eine kleine Stadt mit gut fünfeinhalbtausend Einwohnern, doch mit Vollbeschäftigung und guter Infrastruktur“, darauf war der Bürgermeister besonders stolz. Dies konnte der Arbeitskreis- Vorsitzende Friedrich König aus Kirchberg nur unterstreichen und begrüßte auch den Leiter des Ingelfinger Muschelkalkmuseums, Dr. Hans Hagdorn, der im Anschluss durch die Räume der „Inneren Kelter“ führte. Das dort eingerichtete Museum zur Erd- und Lebensgeschichte der Triaszeit in Mitteleuropa ist in seiner Art einmalig in Europa und nur vergleichbar mit größeren staatlichen Sammlungen in Deutschland.

Immer wieder staunten die Fachleute über die hervorragend aufgebaute und sehr gut strukturierte Ausstellung.

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Im nachmittäglichen Tagungsprogramm ging es vorrangig um neue Entwicklungen im Museumswesen. Christel Nowak vom Stadtmuseum Weikersheim berichtete von einer Tagung zur Relevanz der Museen.

Das Beschicken von sozialen Medien, die inzwischen auch vermehrt von älteren Personen genutzt werden, sei dabei nur eine Facette. Die Erstellung virtueller Rundgänge, um Menschen mit Behinderung am Kulturleben teilhaben zu lassen, ist ein weiterer Faktor. „Noch weiter gehen inzwischen größere Museen“, berichtete Dr. Hellmuth Möhring vom Reichsstadtmuseum Rothenburg, „dort kommt das Museum inzwischen zu den Menschen.“

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Vom Berliner Stadtteilmuseum würden von Bürgern ausgesuchte Objekte in fahrbaren Vitrinen vorübergehend an prominenten Orten in der Stadt ausgestellt, schilderte er. „Partizipation“ sei das neue Schlagwort, um damit zu verdeutlichen, dass man stärkere Teilhabe und Teilnahme der Stadtbewohner am eigenen Museum herstellen wolle. „Das stärkt die Akzeptanz bei den Bürgern und die Einbindung in das gesellschaftliche Leben einer Kommune“, erläuterte Möhring, der von einer aktuellen Tagung des Deutschen Museumsbundes in Frankfurt am Main referierte.

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Man solle jedoch nicht die tagesaktuellen Dinge aus dem Auge verlieren. So stünde das Gedenkjahr zum Bauernkrieg 2025 schon jetzt auf der Agenda vieler Touristikunternehmen. „Die Region Hohenlohe-Franken besitzt herausragende Erinnerungsorte an die Ereignisse von 1525 wie Rothenburg ob der Tauber, Schäftersheim und Königshofen“, fügte der erste Vorsitzende an. Wer zu spät konzipiere und nicht rechtzeitig in die Werbung einsteige, der werde im Aktionsjahr nicht mehr wahrgenommen. Ein neues Mitglied im Arbeitskreis, die „Historischen Wege“ in Waldenburg, begrüßten die Mitglieder im Anschluss. Das führte dann zu der Frage, wie und wann der neue Flyer mit der Gesamtdarstellung aller Einrichtungen aufgelegt werden würde. Man beschloss einstimmig, dies neben der Neuaufsetzung der Homepage des Arbeitskreises, für die neue Saison in Angriff zu nehmen. Abschließend stand die Erhebung eines Stimmungsbildes der abgelaufenen Saison an. „Neuer Besucherrekord, neue Aktionstage, absoluter Wahnsinn...“ Elmar Hahn vom Freilandmuseum Wackershofen konnte sich ob des Sonnensommers nur in freudigen Superlativen ergehen, während andere, weniger vom Wetter begünstigte Museumskollegen und -kolleginnen eine deutlich gedämpftere Tonlage anstimmten. Museumsarbeit bleibe schwierig, ohne ständige Neuerungen, Sonderausstellungen und Aktionen sei das Besucherniveau kaum zu halten, war der allgemeine Tenor. Auch Nachwuchssorgen gebe es wie zum Beispiel im Fingerhutmuseum bei Creglingen. „Trotz der krisenhaften Situation werden wir den Optimismus nicht verlieren und weiter daran arbeiten, dass die Museumslandschaft in Hohenlohe-Franken eine lebendige bleibt“, schloss der erste Vorsitzende Friedrich König die Sitzung.