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Podiumsdiskussion - Über die Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Kontinents sprachen Unternehmer Prof. Dr. Würth und der frühere Bundesfinanzminister Dr. Waigel

Reinhold Würth und Theodor Waigel: Vereintes Europa der große Traum

Von 
Werner Palmert
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Europa in der Diskussion: Unternehmer Professor Dr. Reinhold Würth (links) und der ehemalige Bundesfinanzminister Dr. Theodor Waigel (rechts) beleuchteten im Carmen Würth Forum das Thema „Europa“. Die Moderation hatte Bernadette Schoog. © Werner Palmert

Künzelsau. Ihre große Sorge, aber auch durchaus optimistische Einschätzungen für die Zukunft Europas brachten der Künzelsauer Unternehmer Professor Dr. Reinhold Würth und der ehemalige Bundesfinanzminister, Dr. Theodor Waigel, am Montagabend im Verlauf einer Podiumsdiskussion zum Thema „Europa“ zum Ausdruck, zu der sie sich im Carmen Würth Forum in Gaisbach trafen.

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Der erfolgreiche Wirtschaftsführer Würth und der Vollblutpolitiker und CSU-Ehrenvorsitzende Waigel aus Bayern, konnten in der von Bernadette Schoog sehr behutsam moderierten Gesprächsrunde dabei aufgrund ihrer Lebensläufe aus einem reichen Erfahrungsschatz schöpfen, der die große Zuhörergemeinde auch manchmal zum Schmunzeln verleitete.

Rückblickend auf die Entstehungsgeschichte der heutigen Europäischen Union machten die beiden Gesprächspartner im Laufe des Abends deutlich, dass sich heute alle in der EU zusammengeschlossenen Länder, nicht nur wegen der gemeinsamen Währung, als Gewinner betrachten dürfen, wenngleich das „Regieren mit sechs Nationen – wie am Anfang – heute mit 27 Staaten ungleich schwerer und komplizierter geworden sei. „Aber“, so der leidenschaftliche Fürsprecher eines Vereinten Europas, Theodor Waigel: „Europa ist das Beste, etwas anderes haben wir nicht“.

In die Zukunft blickend sieht Waigel als Fernziel einen neuen Vertrag für die einzelnen Mitgliedsstaaten als den gangbarsten Weg. Das könne aber noch dauern. Als vordringliche Aufgaben sieht der ehemalige Bundesfinanzminister die Schaffung einer europäischen Verteidigungsgemeinschaft, eine gemeinsame Entwicklungspolitik, eine gemeinsame Afrikapolitik und eine gemeinsame Steuer- und Rechtspolitik. Wünschenswert wäre für den ehemaligen CSU-Politiker auch eine gemeinsame Banken- und Kapitalmarktunion.

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Für den überzeugten Europäer Reinhold Würth sind die Vereinigten Staaten von Europa noch eine Fiktion. Die Weiterentwicklung der europäischen Bewegung, in die sich auch die jüngere Generation stärker mit einbringen müsse, bestärke ihn aber in seinem Optimismus, dass diese Fiktion doch noch Realität werden kann. Voraussetzung dafür sei eine starke Führungspersönlichkeit.

„Macron geeigneter Mann“

Als einen geeigneten Mann an der Spitze eines Vereinten Europas sieht Würth den französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron. Gerade durch die Pandemie müsse jedem klar geworden sein, dass ein Virus vor keiner Grenze halt mache und nur gemeinsam erfolgreich bekämpft werden könne. Auch weltpolitisch gesehen gibt es für Würth keine Alternative zu einer starken Europäischen Union. Er sieht in seinem Szenario zwei große Machtblöcke: China und die USA. Ohne ein starkes gemeinsames Europa werde man zwischen diesen beiden Machtzentren nicht bestehen können.

Beim Blick in die Zukunft gingen die beiden Gesprächspartner auch auf die aktuell anstehenden Bundestagswahlen und die angespannte Lage in der Region Afghanistan/Pakistan ein. Für Reinhold Würth wäre ein Linksruck bei der anstehenden Bundestagswahl am 26. September „eine Katastrophe“.

Die Bundesrepublik müsse ein Land mit einer starken Mitte bleiben, das gelte auch für Europa. Mit großer Sorge beobachten sowohl Würth als auch Waigel, wie sich die Lage nach dem Abzug des Militärs in der Region Afghanistan und Pakistan entwickelt.

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