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Bezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim - Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt: Zahl der offenen Stellen geht zurück / Weniger jüngere Arbeitslose

Nachfrage nach Arbeitskräften steigt im September kräftig an

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Der Arbeitsmarkt brummt wieder: Die Zahl der offenen Stellen ist im September im Bezirk gesunken, bei den 15- bis unter 20-Jährigen ging sie sogar um 28,8 Prozent zurück. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist dennoch ungebremst hoch. © dpa

Heilbronn. Auf dem Arbeitsmarkt ist eine Herbstbelebung zu spüren: Im September ist die Arbeitslosigkeit zurückgegangen, vor allem gibt es deutlich weniger jüngere Arbeitslose. Die Arbeitskräftenachfrage ist unverändert hoch.

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Im September ist die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim auf 10 473 gesunken. Das sind 680 Arbeitslose (- 6,1 Prozent) weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote ist um 0,2 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent gesunken. In Baden-Württemberg liegt sie bei 3,7 Prozent (- 0,2 Prozentpunkte zum Vormonat).

„Wie erwartet und vor Corona im Herbst üblich, haben wir deutlich weniger Arbeitslose als im August“, erklärt Elisabeth Giesen, Leiterin der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim. Vor allem Jugendliche konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden. Bei den 15- bis unter 20-Jährigen ging die Arbeitslosigkeit von August auf September um 28,8 Prozent zurück.

„Wir erkennen wieder saisontypische Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt, die mit Corona nicht mehr viel zu tun haben. Im Sommer enden Ausbildungen und Schulen, was vorübergehend zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den Jüngeren führt. Im September finden viele dieser jungen Menschen eine Arbeitsstelle und melden sich wieder ab.“ Ein Blick auf die gemeldeten Arbeitsstellen zeigt, dass der Arbeitsmarkt brummt. Im September haben die Unternehmen 1207 Stellenangebote gemeldet und das sind fast ein Drittel mehr als im letzten Jahr. Insgesamt waren zum Stichtag 7079 Arbeitsstellen im Bestand und damit 45,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. „Der Zwei-Jahres-Vergleich zeigt, dass wir bei den Stellen fast wieder auf dem Niveau von vor Corona liegen. Im September 2019 waren 7782 Stellen gemeldet. Allerdings sind noch 1166 Arbeitslose mehr gemeldet als im September 2019“, so das Resümee von Elisabeth Giesen.

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„Den großen Arbeitskräftebedarf können wir nur decken, wenn wir alle Potenziale einbeziehen.“ Knapp die Hälfte der Arbeitslosen ist weiblich. Doch diese gemeldeten 5592 arbeitslosen Frauen sind nur ein Teil des weiblichen Arbeitskräftepotenzials. Traditionell sind es überwiegend die Mütter, die für die Familie eine berufliche Auszeit nehmen. Diese Frauen sind meist nicht als arbeitsuchend registriert. „Mit Veranstaltungen und Seminaren zu Themen rund um den beruflichen Wiedereinstieg wollen wir die Rückkehr ins Arbeitsleben erleichtern. Seit dieser Woche läuft ein Seminar, in dem drei Monate lang digitale Basiskompetenzen für den beruflichen Wiedereinstieg vermittelt werden,“ so Giesen. Konjunkturelle Kurzarbeit wurde im Agenturbezirk wurde im September für 699 Personen angezeigt. Die Zahlen zur sogenannten realisierten Kurzarbeit liegen der Agentur für Arbeit jetzt für den Monat März vor. Da Unternehmen drei Monate Zeit haben, den Antrag auf Kurzarbeitergeld einzureichen, liegen die Zahlen für die realisierte Kurzarbeit erst mit zeitlichem Versatz vor. So haben nach vorläufigen hochgerechneten Daten im März im Bezirk der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim 20 091 Arbeitnehmer in 2340 Betrieben oder Betriebsabteilungen kurzgearbeitet. Im Main-Tauber-Kreis haben 6473 Arbeitnehmer in 620 Betrieben kurzgearbeitet. Im Neckar-Odenwald-Kreis waren es 3883 Arbeitnehmer in 577 Betrieben oder Betriebsabteilungen.

Die Arbeitslosenquote lag im Main-Tauber-Kreis im September bei 2,9 Prozent (Vormonat 3,2 Prozent). Im September waren 2253 Menschen arbeitslos gemeldet, 200 oder 8,2 Prozent weniger als im Vormonat. 606 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos, 804 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit. Arbeitgeber haben 376 Stellen gemeldet, 1 oder 0,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Bestand an Stellenangeboten lag zum Stichtag bei 2310. Im Neckar-Odenwald-Kreis liegt die Arbeitslosenquote bei 3,4 Prozent (Vormonat 3,6 Prozent). Im September waren 2745 Menschen arbeitslos gemeldet, 160 oder 5,5 Prozent weniger als im Vormonat. 645 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos, 796 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit. Arbeitgeber haben 243 Stellenangebote gemeldet, 120 oder 97,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Bestand an Stellenangeboten liegt insgesamt bei 1175. Im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim waren im Bereich der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II) 4689 Arbeitslose gemeldet, im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III) 5784. Der Anteil der Arbeitslosen aus dem Bereich der Grundsicherung (SGB II) am gesamten Bestand beträgt 44,8 Prozent. Von den 2253 Arbeitslosen im Main-Tauber-Kreis wurden 884 vom Jobcenter Main-Tauber betreut (August 2021: 961). Die Geschäftsstellen der Arbeitsagentur im Main-Tauber-Kreis betreuten 1369 Arbeitslose (August 2021: 1492). Von den 2745 Arbeitslosen im Neckar-Odenwald-Kreis wurden 1273 vom Jobcenter Neckar-Odenwald betreut (August 2021: 1299). Die Geschäftsstellen der Arbeitsagentur im Neckar-Odenwald-Kreis betreuten 1472 Arbeitslose (August 2021: 1606).

Was den Ausbildungsmarkt betrifft, so ist dort im September noch viel gelaufen. Anfang des Monats waren noch über 1000 freie Ausbildungsstellen in fast allen Branchen gemeldet. Deshalb habe man ganz gezielt junge Menschen auf verschiedenen Kanälen angesprochen. „So haben noch einige Bewerber und Ausbildungsbetriebe zueinander gefunden“, freut sich Elisabeth Giesen. Und weiter: „Auch jetzt gibt es noch Chancen auf einen Ausbildungsplatz für dieses Jahr. Mein Tipp an alle, die noch auf der Suche sind: meldet euch so schnell wir möglich bei der Berufsberatung!“ Die Bilanz zum Ausbildungsmarkt 2020/2021 wird Mitte November veröffentlicht. Hier orientiert sich die Statistik am Schul- und Ausbildungsjahr.

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