Corona - Auswertung der Zahlen des Gesundheitsamts sowie der Neckar-Odenwald-Kliniken und des Hardheimer Krankenhauses Zeitweise die höchste Inzidenz im Land

Von 
Marcel Sowa
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Die Grafik zeigt: Rund um Weihnachten und den Jahreswechsel wurden in den Neckar-Odenwald-Kliniken die meisten Patienten behandelt. © Neckar-Odenwald-Kliniken

Das Infektionsgeschehen ist im Landkreis in den vergangenen Wochen deutlich gesunken. Das zeigt ein Blick auf die Zahlen des Gesundheitsamtes und der Krankenhäuser.

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Neckar-Odenwald-Kreis. Die Ausgangsbeschränkungen im Neckar-Odenwald-Kreis wurden in der Nacht auf Donnerstag aufgehoben. Möglich wurde dies, weil an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Sieben-Tage-Inzidenz unter dem Wert 50 lag. Das war am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag der Fall. Eine Auswertung der Daten des Gesundheitsamtes zeigt: Vor dem Dienstag lag die Inzidenz das letzte Mal am 18. Oktober unter 50. Danach folgte ein steiler Anstieg der Infektionszahlen, wie die Statistik zeigt.

145 Fälle an einem einzigen Tag

Gab es Anfang Oktober nur vereinzelte Fälle und eine niedrige Inzidenz, stiegen danach die Werte von Woche zu Woche deutlich. Am 26. November lag die Inzidenz schon bei 93,9. Das nächste Mal sollte sie erst wieder am 28. Januar unter 100 fallen. In der Zwischenzeit hatte der Landkreis mehrere Tage die höchste Inzidenz in ganz Baden-Württemberg. Die 200er-Marke wurde am 10. Dezember erreicht, am 19. Dezember wurde mit 386,4 der höchste Wert erzielt. An diesem Tag gab es außerdem mit 145 Fällen die meisten Neuinfektionen. Schritt für Schritt gingen die Zahlen wieder runter, am 31. Dezember lag die Inzidenz wieder unter 200 (175,4).

„Es ist doch eine Erleichterung, dass der Lockdown nun wirkt. Insbesondere ist es hinsichtlich der nun immer häufiger entdeckten mutierten Coronaviren wichtig, eine niedrige Inzidenz zu haben. Denn damit sinkt natürlich die Wahrscheinlichkeit, dass sich diese Mutationen im Landkreis schnell verbreiten oder schon verbreitet haben“, erklärt Dr. Martina Teinert, Leiterin des Gesundheitsamtes.

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Um eine Ausbreitung der Mutationen zu verhindern, beispielsweise auch im Rahmen von möglichen zeitnahen Lockdown-Lockerungen, hat die Behörde die Maßnahmen bei allen Kontaktpersonen angepasst. Zudem werden alle Fälle mit Verbindung zu Virusmutationen priorisiert behandelt. Auch müssen Haushaltsangehörige von Kontaktpersonen ersten Grades bei Mutationen ebenfalls unmittelbar in Quarantäne. Die Ortspolizeibehörden überwachen laut Teinert die Einhaltung der Quarantäne betroffener Personen dann engmaschig.

Über 20 Ausbrüche

In der zweiten Welle hat es über 20 Ausbrüche in Pflegeheimen im ganzen Kreisgebiet gegeben. „Von einem Ausbruch sprechen wir, wenn es in einer Einrichtung mindestens drei Fälle mit epidemiologischen Zusammenhang gibt“, so Teinert. Von den 92 Todesfällen seit November waren 57 Personen aus Pflegeheimen. Insgesamt sind 122 Personen seit Ausbruch der Pandemie gestorben.

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Der hohe Anstieg der Infektionszahlen rund um Weihnachten machte sich auch – mit etwas Verzögerung – bei den Krankenhäusern bemerkbar. Das zeigt unter anderem eine Grafik der Neckar-Odenwald-Kliniken (siehe Bild). Am 28. Dezember wurden an den beiden Standorten in Buchen und Mosbach insgesamt 68 Corona-Patienten behandelt. Seit März 2020 gab es insgesamt über 1400 Patienten mit Corona-Verdacht, welcher sich bei circa einem Viertel bestätigte. Das Durchschnittsalter der Infizierten in den Kliniken lag bei circa 72 Jahren. Knapp über 90 Patienten sind im Zusammenhang mit einer Infektion in den Kliniken gestorben. Über 12 500 Pflegetage sind angefallen, im Durchschnitt pro Fall etwa 8,8 Pflegetage. Aktuell werden an beiden Standorten neun Infizierte und zehn Verdachtsfälle behandelt.

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Im Hardheimer Krankenhaus wurden insgesamt 36 Corona-Fälle diagnostiziert und behandelt, es gab sechs Todesfälle. Dies teilte Verwaltungsleiter Lothar Beger mit. Von März bis Juni gab es zehn Patienten, von Juli bis November sieben und zwischen Dezember und Januar 19. „Vom Alter her waren diese zwischen 20 und 95 Jahre alt, die Verstorbenen waren zwischen 69 und 88 Jahren, hatten alle Vorerkrankungen und wurden nicht beatmet“, so Beger. „Seit Februar haben wir keine neuen Fälle, so auch aktuell keinen positiven Fall mehr stationär in Behandlung.“

Die Impfzahlen

Wie in Hardheim ist auch das Personal in den Krankenhäusern in Buchen und Mosbach bereits geimpft worden, teilweise sogar schon mit der Zweitimpfung. Nach Angaben des Landratsamtes wurden bis Donnerstag über das Kreisimpfzentrum (KIZ) Mosbach inklusive Klinikpersonal 1752 Personen geimpft. Durch das mobile Impfteam des KIZ wurden 1080 Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeheimen geimpft. Weitere 2308 Heimbewohner und Mitarbeiter wurden vom mobilen Impfteam des Zentralen Impfzentrums Heidelberg geimpft. „Der Betrieb läuft reibungslos, das Team ist weiterhin hochmotiviert und es gab bisher auch keine Personen, die im KIZ die Impfung nicht vertragen haben“, so ein Sprecher des Landratsamtes.

Kritik geht an die falsche Adresse

Die Behörde machte erneut darauf aufmerksam, dass sie keinen Einfluss auf die Terminvergabe und die Menge des Impfstoffs hat. „Natürlich können wir Ungeduld und Frust über die aktuell noch vergleichsweise wenigen Impftermine für die Bevölkerung verstehen, auch wenn es nach wie vor eine unglaubliche Leistung ist, dass so früh schon hier im Kreis schon geimpft werden kann. Es braucht leider bis zur Verfügbarkeit größerer Mengen Impfstoffs noch ein wenig Geduld und die Fortsetzung des konsequenten Schutzes bei persönlichen Kontakten.“ Nicht verstehen könne man hingegen Beleidigungen jeglicher Art und pauschale Anschuldigungen, etwa auf Facebook.

Redaktion Im Einsatz für die Lokalausgabe Buchen